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Artikel vom 28. Februar 2013 17:22, 219 mal gelesen

Moosburg

Planung für das Moosburg in 50 Jahren

Altstadtförderer wollen langfristiges Konzept und diskutieren Bauvorhaben im Weingraben

Autor: kh
Die Vorstandschaft der Altstadtförderer (v. l.): Kassiererin Limin Sun, Schriftführer Tscharly Wagner, 1. Vorsitzende Daniela Eiden, Beisitzerin Brigitte Menk, Beisitzerin Thea Band und 2. Vorsitzende Karin Linz. (Foto: kh)

Die Vorstandschaft der Altstadtförderer (v. l.): Kassiererin Limin Sun, Schriftführer Tscharly Wagner, 1. Vorsitzende Daniela Eiden, Beisitzerin Brigitte Menk, Beisitzerin Thea Band und 2. Vorsitzende Karin Linz. (Foto: kh)

Was ist mit der Moosburger Innenstadt, welche Entwicklung nimmt sie, wie sieht das Leben auf Straßen und in Gebäuden in Jahren aus? Die Moosburger Altstadtförderer sehen sich als konstruktiv-kritischen Wegbegleiter aller öffentlichen und privaten Vorhaben, die das Gesicht des Stadtzentrums verändern. Die bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Pöschl-Bräu wiedergewählte Vorsitzende Daniela Eiden nahm sich in ihrem Rechenschaftsbericht kein Blatt vor den Mund. Besonders intensiv wurde das geplante Bauvorhaben für "seniorengerechte Wohnungen" im Weingraben diskutiert.

92 Mitglieder haben die Altstadtförderer zurzeit, mit steigender Tendenz. Allein - der Verein ist wohl überaltert. 63 Jahre beträgt der Altersdurchschnitt, nur zwei Mitglieder sind unter 42. "Das Interesse der Jungen ist insgesamt enttäuschend", sagte der scheidende Kassier Klaus Reichel, der aber einen erfreulichen Kassenbericht vorlegen konnte. Das Plus stammt vor allem aus der Veranstaltung "offene Ateliers". Beim Kunstwochenende im Juni wurden gar rund 400 Besucher gezählt. "Wir wollen mit diesen Veranstaltungen auch zur Bereicherung des Kulturlebens beitragen", sagte Eiden. Auch das jährliche Altstadtforum gehört zum Programm der Altstadtförderer. Beim letzten ging es um Bauen und Sanieren in der Altstadt, mit und ohne Denkmalschutz. "Ein erfolgreiches und gutes Jahr", bescheinigte Daniela Eiden sich und ihren Mitstreitern.

Die Vorsitzende fand auch kritische Worte zur Marketing-Genossenschaft, bei der die Altstadtförderer Gründungsmitglied sind. "Die Genossenschaft hat immer noch nicht richtig Tritt gefasst und sollte sich im Klaren sein, wie sie sich vom Gewerbe- und Handelsverein unterscheiden will." Die Messe Moosburg sei eine wichtige Veranstaltung, die der Marketing-Genossenschaft obliegen sollte, meinte Eiden. Der von den Altstadtförderern vorgeschlagene Flyer für den Wochenmarkt, in dem alle Händler vorgestellt werden sollen, sei nicht zustande gekommen. Auch die Umfrage zur Akzeptanz des Marktes und weiteren Wünschen von Beschickern und Besuchern sei im Planungsstadium steckengeblieben.

Als besonderes "Herzensanliegen" bezeichnete Eiden das Leerstandsmanagement in der Innenstadt. Es stünden mal wieder viele Geschäfte, auch große, leer. In der Innenstadt fehle ein Supermarkt, auch wenn diese Notwendigkeit von manchen verneint werde und andere sagten, die vorhandenen Gewerbeflächen seien dafür zu klein. Inzwischen fehle es auch an einer Drogerie in der Innenstadt, "die Schmerzgrenze ist überschritten." Die Marketing-Genossenschaft solle darüber nachdenken, wie man Hausbesitzer und Ladeninteressenten zusammenbringe.

Eiden klagte, dass auch nach Fertigstellung der Westtangente genauso viel Verkehr mit unverminderter Geschwindigkeit durch die Innenstadt rase. Trotz aller Versprechen gebe es noch keine neue Verkehrsplanung. Nun müssten angeblich erst ein neues Gutachten und eine neue Verkehrszählung abgewartet werden, "was soll da schon wieder gezählt werden?" Man hätte im Gegenteil dafür sorgen müssen, dass ab Freigabe der Westtangente die Einfahrt von Lastwagen über die Münchner Straße erschwert werde. Zur Belebung der Innenstadt sei eine Verkehrsberuhigung unabdingbar, wie auch eine Fortführung der Stadtplanung. "Was nützen so schöne und sinnvolle Einzelprojekte wie das "Haus der Bildung", wenn es kein Konzept für eine Planung gibt, wie Moosburg in 30 oder 50 Jahren aussieht?"Die Altstadtförderer hätten im Grunde nichts gegen die Errichtung von seniorengerechten Wohnungen im Weingraben, sagte Daniela Eiden. Aber bei dem Projekt, soweit es bisher in der Öffentlichkeit bekannt sei, würden auch Probleme des Denkmal- und Ensembleschutzes tangiert. "Ein durchgehend ungegliedertes Gebäude mit 33 Metern Länge und zwölf Metern Höhe würde wie eine Bombe einschlagen." Die Anzahl der Stellplätze entspreche nicht der Stellplatzsatzung der Stadt. Es sei ein Unding, einen einzigen Stellplatz pro Wohnung vorzusehen, zumal nicht auszuschließen sei, dass in Jahren auch "normale" Familien dort wohnen würden. "Ein reduzierter Stellplatzschlüssel kann nur für Geschäfte in Betracht kommen und ist nicht dazu da, Privateigentümern das kostenlose Parken auf öffentlichen Flächen zu ermöglichen." "Wichtige Anforderungen an eine städtebaulich gut verträgliche Planung sind bisher nicht erfüllt", wertete Daniela Eiden. Gerade an dieser Stelle müssten unbedingt Geschäftsräume gebaut und genutzt werden, um den Weingraben als Geschäftsstraße zu erhalten. Nur eine einzige Geschäftsstraße in der Innenstadt, nämlich die Herrnstraße, vermittle Moosburg eher als dörflich als kleinstädtisch.

Die vorgesehene massive Bebauung würde auch Bezugsfälle zulassen, resümierte Eiden, und die Innenstadt würde dann ihr historisch gewachsenes Gesicht verlieren. Auch Vize-Bürgermeister Martin Pschorr (SPD) bezeichnete den Stellplatzschlüssel für das Projekt als "äußerst ungünstig für die Stadt", sein Stadtratskollege Josef Dollinger (FW) - Neumitglied bei den Altstadtförderern - betonte, dass der Stadtrat das Recht und die Pflicht habe, auf "eine sinnvolle Gestaltung" zu dringen. "Betreutes Wohnen ja - aber nicht zu jedem Preis."

Neben Daniela Eiden als Vorsitzende wurde Karin Linz als Stellvertreterin wieder gewählt. Schriftführer ist Alfred Wagner, Kassiererin Limin Sun. Beisitzer wurden Thea Brand, Bernd Aschenbrenner und Brigitte Menk, Kassenprüfer Angelika Damke und Gerd Beubl.

Kommentare zum Artikel


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von wowandrea am 02. March 2013 10:59
Wie erbärmlich....

Sie reden, motzen und blubbern. Währenddessen entsteht eine Muckibude in der sich die Springestiefelträger stählen und die letzten Läden schliessen ihre Pforten. Wie wäre es mal mit Machen statt Labern ...mehr ? In 30 Jahren ist die Moosburger City so tot wie die verödeten Käffer an der polnischen Grenze. weniger

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Moosburg an der Isar, Bayern, Deutschland

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