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Artikel vom 27. Februar 2013 14:26, 286 mal gelesen

Buchvorstellung in Landshut

Zum Grund des Herzens

In der Pfarrei Heilig Blut wurde der Gedichtband "Heilige Tage" von Walter Pöschl präsentiert

Autor: ch
Am Dienstagabend wurde im Pfarrzentrum Heilig Blut das Buch von Walter Pöschl vorgestellt.<br/>

Am Dienstagabend wurde im Pfarrzentrum Heilig Blut das Buch von Walter Pöschl vorgestellt.

Das Buch "Heilige Tage" handelt von mehrerlei. Es handelt vom katholischen Glauben, von den Tagen zwischen Palmsonntag und Ostern, von den handelnden Personen: die Apostel, Pontius Pilatus, Jesus Christus, Maria. Es handelt aber auch vom verlegerischen Mut der Attenkofer Verlags, ein solches Büchlein herauszubringen: einen Gedichtband, beinhaltend bairischsprachige Lyrik. Am Dienstag Abend wurde im voll besetzten Pfarrzentrum Heilig Blut das Büchlein von Walter Pöschl nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Als eine Art Beiklang für die Ostertage könne dieses Werk dienen, hieß es bei der Vorstellung von "Heilige Tage". Der Schriftsteller und Akademische Direktor der Universität Passau, Hans Göttler, las, um gleich einmal der Wirkmacht der Gedichte Raum zu verleihen, einige Passagen vor. Was wunderbar funktionierte; schließlich ist Göttler ein großer Könner im Vortrag bairischen Schriftguts und seiner besonderen Lautung. Letztlich war es dann in der Tat auch eine Tagung der Universität Regensburg in Walderbach zum Thema "Dialekt und Religion", die den Autor ermutigte, seinen Gedichtband Wirklichkeit werden zu lassen, sagte Pöschl im Gespräch.

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Am Dienstag Abend stellte Autor Walter Pöschl sein Buch "Heilige Tage" in Landshut vor. idowa-tv Reporter Claus Zettl war dabei.

Der Regensburger Dialektologieprofessor Ludwig Zehetner war vom Ergebnis recht begeistert: "Für alle, die sich in die christlichen Mysterien der österlichen Zeit vertiefen wollen und das Bairische schätzen und lieben, kann dieser Zyklus eine wahre Bereicherung sein", schrieb er dem Landshuter Pöschl. Oder soll man sagen: dem Hofbergler Pöschl? Denn dort ist sein eigentlicher Wirkkreis, das Buch ist inspiriert auch von den Kunstwerken in der Pfarrkirche Heilig Blut, die in "Heilige Tage" durch Fotos von Toni Ott präsent sind, Bilder, die - wie die Glasfenster in der Kirche vor Ort - "zum Schauen, Betrachten, Meditieren" einladen, sagte Anna-Maria Moratscheck.

Fotos: (5 Einträge)

 


Die Stadträtin, die Grüße des Oberbürgermeisters Hans Rampf und des örtlichen Katholikenrats überbrachte, unterstrich diesen lokalen Hintergrund des Gedichtbands: "Wir sind in Landshut reich an sakraler Kunst." Pöschl habe diesen Hintergrund literarisch, dichterisch, bairischsprachig ausgeleuchtet. Weshalb H. H. Prälat Josef Mundigl im Namen aller Katholiken des Hofbergs vom Podium herab zu ihm sagte: "Wir sind stolz auf Dich!". Das wiederum nahm der derart Gelobte gerührt auf: "Sie haben so schön übertrieben." Er habe mit seinen Gedichten "die innerste Botschaft Christi zum Schwingen bringen" wollen, und dazu eigne sich der Dialekt halt ganz besonders: "Weil die Mundart unter die Haut geht und zum Grund des Herzens".

Pöschl, dessen neue Publikation bereits sein zehntes Buch ist und dessen Gedichte teilweise innere Monologe von handelnden Personen wie Petrus und Judas sind, freute sich über den verlegerischen Mut, mit dem das Werk auf den Markt gebracht wurde - und bedankte sich herzlich bei Verleger Prof. Dr. Martin Balle und Marketingleiterin Claudia Karl-Fischer: Schließlich sei ein religiöses Werk, das noch dazu in bairischem Dialekt und in Reimform gehalten ist, nicht unbedingt eine Bestsellergarantie. Also auch dies eine Herzenssache. Der Leiter der Stadtredaktion der Landshuter Zeitung, Emanuel Socher-Jukic, der den Abend moderierte, wusste einen guten Weg, diesen Verlegermut zu belohnen: durch zahlreichen Kauf des Buches. Musikalisch umrahmt wurde die Präsentation von Irmgard Schilling und Claudia von Kuepach.

Walter Pöschl: Heilige Tage. Ein Zyklus von 14 Gedichten in altbairischer Mundart über das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi. 64 Seiten, 8,80 Euro. Erhältlich im Buchhandel oder im Leserservice der Landshuter Zeitung.

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