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Artikel vom 23. Januar 2013 08:05, 265 mal gelesen

Landshut

Mit der Queen auf Erfolgskurs

Der Oberbürgermeister besuchte die Firma Klann, die wieder Gewinn einfährt

Autor: Sigrid Zeindl
Klann produziert hochwertige Verpackungsdosen für viele bekannte Marken - darunter die fast benachbarte Firma Brandt. Das Bild zeigt (von links): Oberbürgermeister Hans Rampf, Klann-Geschäftsführer Dr. Wolf Cornelius, Wirtschaftsförderer Johann Winklmaier und Vertriebsprokurist Carsten Buchmann. (Foto: sig)

Klann produziert hochwertige Verpackungsdosen für viele bekannte Marken - darunter die fast benachbarte Firma Brandt. Das Bild zeigt (von links): Oberbürgermeister Hans Rampf, Klann-Geschäftsführer Dr. Wolf Cornelius, Wirtschaftsförderer Johann Winklmaier und Vertriebsprokurist Carsten Buchmann. (Foto: sig)

Das Tal ist durchschritten, das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs: Die Landshuter Firma Klann Packaging, die edle Verpackungsdosen designt, entwickelt und herstellt, vermeldet dieser Tage positive Nachrichten. Der Umsatz ist laut Geschäftsführer Dr. Wolf Cornelius in den vergangenen zwei Jahren von 12,9 auf 17,1 Millionen Euro gesteigert worden. Kurz: Das Unternehmen macht wieder Gewinn. "Die Stabilisierung ist sehr erfreulich", sagte am Montag Oberbürgermeister Hans Rampf bei einem Firmenbesuch.

Noch vor zwei Jahren stand es gar nicht gut um den Hersteller von Verpackungsdosen: Das Unternehmen kämpfte mit Absatzproblemen und musste 40 Mitarbeiter entlassen. Im Juni 2011 wechselte schließlich der Eigentümer: Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares AG übernahm das angeschlagene Unternehmen von der Huber-Gruppe aus Öhringen/Baden-Württemberg. Nun melden die neuen Eigentümer positive Zahlen: "Der Turnaround ist geschafft", sagte Klann-Geschäftsführer und Mutares-Vorstand Cornelius am Montag bei einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister am Firmensitz an der Waldkirchner Straße. Heuer wolle man den Erfolgskurs weiter fortsetzen; Ziel sei eine zweistellige Umsatzsteigerung. Außerdem kündigte Cornelius Investitionen in das Unternehmen an, das aktuell 106 Mitarbeiter beschäftigt.

Zum Sammlerobjekt wurden Dosen aus Landshut, die 2012 zum Krönungsjubiläum der Queen erschienen. (Foto: sig)

Zum Sammlerobjekt wurden Dosen aus Landshut, die 2012 zum Krönungsjubiläum der Queen erschienen. (Foto: sig)

Etwa 20 Millionen so genannte Schmuckdosen laufen mittlerweile wieder pro Jahr vom Band des Landshuter Mittelständlers: Dabei handelt es sich um hochwertige, bedruckte Dosen aus Weißblech, die als Verpackung für Süßwaren, Kaffee oder Kosmetik dienen. "Mit unseren Dosen soll bei den Kunden der Kaufanreiz gesteigert werden", sagt der Geschäftsführer. Im Bestfall sei dieser durch die dekorativen Dosen bereit, auch geringfügig höhere Preise zu bezahlen. Gerade in der Vorweihnachtszeit stößt man in den Süßwarenabteilungen auf viele Dosen aus Landshut: Zu den Klann-Kunden gehören unter anderem so bekannte Marken wie Lebkuchen Schmidt und Reber.

Dass die Klann-Kunden noch vor kurzem zum Großteil aus der Süßwarenindustrie kamen, hatte aber auch einen Haken: Das Geschäft war laut Cornelius sehr saisonal ausgerichtet, 70 Prozent des Umsatzes wurde zwischen Juli und Jahresende gemacht. Um die Saisonkurve zu entschärfen, war es deshalb ein Ziel bei der Mutares-Übernahme, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Und das scheint gelungen: Beispielsweise wurden laut Vertriebsprokurist Carsten Buchmann in einem zweijährigen Projekt Dosen für die Firma Bosch entwickelt, in die Akkuschrauber und Heckenscheren verpackt werden. Und auch die Queen hat zu den guten Zahlen 2012 beigetragen: Zum 60. Krönungsjubiläum legte Klann zusammen mit britischen Partnern drei unterschiedliche Dosenmotive auf, die zum Sammlerobjekt wurden. "Daraus entwickelte sich ein Riesenhype", sagte Buchmann. England ist nach Deutschland der zweitwichtigste Markt für Klann.

Beim Firmenrundgang verfolgten Oberbürgermeister Hans Rampf, Kämmerer Rupert Aigner sowie Petra Zweckl und Johann Winklmaier vom Amt für Liegenschaften und Wirtschaft, wie Weißblech zu schmucken Dosen wird. "Wir glauben daran, dass man auch in Deutschland produzieren kann", sagte Cornelius. "Entscheidend ist dabei, dass man schnell produzieren kann." Der Konkurrenz - vor allem aus Asien - setze man Qualität, einen hohen Automatisierungsgrad und Flexibilität entgegen. Die Kunden schätzten es, dass man auch kurzfristig nachliefern könne. Aus Asien sei dies schon allein wegen der fünfwöchigen Frachtzeit nicht möglich, sagte Cornelius.

Die Entwicklung der Firma Klann ist ein positives Beispiel für den Einstieg eines Finanzinvestors: So mancher habe Vorbehalte gehabt, als es geheißen habe, ein Finanzinvestor steige ins Unternehmen ein, sagte Buchmann. Heute aber könne man sagen, "das war für uns ein großes Glück". Mutares habe angepackt, die Mitarbeiter mitgenommen und offen kommuniziert. Laut dem Geschäftsführer ist es Teil der Mutares-Philosophie, selbst vor Ort zu sein und das Unternehmen nicht von einer weit entfernten Zentrale aus zu führen.

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Landshut, Bayern, Deutschland

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