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Artikel vom 22. Januar 2013 18:54, 203 mal gelesen

München/Bayern

Polizei ist Drogensündern im Verkehr mit neuen Geräten auf der Spur

Autor: dpa

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Drogenschnelltests für die Bayerische Polizei

Mit neuen Drogenschnelltests will die Polizei die Verkehrssicherheit auf Bayerns Straßen erhöhen und die Zahl der tödlichen Unfälle verringern. Eine Speichelprobe genügt künftig, um Drogenkonsum bei Autofahrern nachzuweisen. Moderne Analysegeräte ersetzen die bisherigen Urintests. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellte die Geräte am Freitag in München vor. 28 Exemplare sind im Einsatz. «Fahren unter Drogeneinfluss ist lebensgefährlich», betonte Herrmann und kündigte verstärkte Kontrollen an.

Im Jahr 2011 starben nach Angaben des Innenministeriums fünf Menschen bei Unfällen unter Drogeneinfluss auf Bayerns Straßen. 2012 sollen es nach ersten Schätzungen zehn Tote gewesen sein.

Das Gerät erkennt binnen weniger Minuten, ob ein Autofahrer Drogen wie Kokain, Heroin, Cannabis, Amphetamine oder Crystal Speed genommen hat. Auch Medikamente, die die Fahrtüchtigkeit einschränken, ließen sich nachweisen, sagte Herrmann. Das neue Analysegerät sei nicht nur wesentlich einfacher zu handhaben als die bisherigen Urintests, es zeige zudem auch den aktuellen Konsum und die Wirksubstanz. Der Urintest dagegen lasse in der Regel nur die Abbauprodukte von Drogen erkennen, erläuterte der Minister.

Die Polizei in Niederbayern hat drei Geräte während einer rund zweieinhalbjährigen Probephase etwa 1000-mal verwendet und gute Erfahrungen gemacht, wie zwei Beamte berichteten. Falls bei einem Autofahrer ein Anfangsverdacht bestehe, biete ihm der Beamte den Schnelltest an, sagte der Passauer Polizist Günter Pauli. Verweigere ein Autofahrer den Test, zu dem niemand verpflichtet ist, werde gegebenenfalls eine Blutentnahme angeordnet.

Bisher habe noch kein Autofahrer den Test verweigert, sagte Pauli. Drogenkonsumenten glaubten in der Regel, die Substanzen seien nicht mehr nachweisbar. Das neue Gerät könne jedoch nachweisen, ob jemand in den letzten acht bis zehn Stunden Drogen eingenommen habe. «Da sieht man dann gleich, ob der Betreffende von Blümchenwiesen träumt, während er Auto fährt.»

Herrmann verwies auf die Unfallstatistik, derzufolge sich im Jahr 2011 in Bayern 330 Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss ereigneten. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, 195 wurden verletzt. Im Jahr 2012 gab es nach ersten Schätzungen zehn Tote. «Fahren unter Drogeneinfluss ist kein Bagatelldelikt», sagte der Minister. Drogensündern drohen ein vierwöchiges Fahrverbot, eine Geldbuße von meist 500 Euro und vier Punkte in Flensburg.

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