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Artikel vom 22. January 2013 15:48, 1070 mal gelesen

Straubing

Weniger Lärm und bessere Patientenversorgung

Neue Station für Christoph 15 am Dach des Klinikums soll Ende 2013 fertiggestellt sein

Autor: su
Landrat Alfred Reisinger und OB Markus Pannermayr vor Christoph 15. Die Gesamtkosten für den neuen Dachlandeplatz belaufen sich auf knapp 5 Millionen Euro. Foto: Mathias Adam

Landrat Alfred Reisinger und OB Markus Pannermayr vor Christoph 15. Die Gesamtkosten für den neuen Dachlandeplatz belaufen sich auf knapp 5 Millionen Euro. Foto: Mathias Adam

Bis Ende des Jahres oder Anfang 2014 werden die Bauarbeiten noch dauern. Dann wird "das neue Wahrzeichen der Stadt", das es nach dem Wunsch des Planers werden soll, fertig sein. Die Rede ist vom Landeplatz mit Hangar am Dach des Klinikums St. Elisabeth für den ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 15. Dieser wird 5,8 Millionen Euro kosten und soll die Rettungskette weiter optimieren und für weniger Lärmbelästigung der Anwohner sorgen. Am Dienstagnachmittag wurden die Pläne dafür noch einmal genau beim "Tag der Luftrettung" gemeinsam von ADAC, Klinikum und Rettungszweckverband vorgestellt.

Archiv: Bilder von Christoph 15 und dem Landeplatz (8 Einträge)

 

Zukunftsweisend: Ab Herbst startet der Straubinger ADAC-Hubschrauber "Christoph 15" vom neuen Dachlandeplatz auf dem St. Elisabeth Klinikum. Foto: Sigma Plan Weimar

Zukunftsweisend: Ab Herbst startet der Straubinger ADAC-Hubschrauber "Christoph 15" vom neuen Dachlandeplatz auf dem St. Elisabeth Klinikum. Foto: Sigma Plan Weimar


Bei Noteinsätzen zählt jede Minute. Und kein Rettungsmittel ist vor allem in abgelegenen Gebieten so schnell vor Ort wie ein Rettungshubschrauber, waren sich alle Beteiligten einig. Der Hangar der bisherigen Station, die 1977 eingerichtet wurde, ist in die Jahre gekommen. Eine moderne neue Station, die es ermöglicht, dass Patienten ohne Rettungswagen zwischen Landeplatz und Notaufnahme, sondern sofort per Aufzug in die Notaufnahme kommen, war daher die Lösung. Außerdem haben sich die Einsatzzahlen aller Rettungshubschrauber erhöht, wie Rüdiger Lode, Vorstandsrat für Technik des ADAC Südbayern, im Hinblick auf den "Tag der Luftrettung" erklärte (siehe nebenstehenden Artikel). Dr. Christoph Scheu, Geschäftsführer des Klinikums, freut sich über die baldige weitere Verbesserung der Infrastruktur der Rettungskette. 3,5 Millionen der Baukosten übernimmt das Klinikum St. Elisabeth und 2,3 Millionen Euro der ADAC. Das Klinikum übernimmt wie bisher die weitere schnelle und optimale Versorgung von Patienten in der Notaufnahme, im Schockraum oder anderen Abteilungen.

Hochkomplexe Konstruktion

Ausführlich, fast bis zur letzten Schraube, stellte Diplom-Ingenieur Andreas Appelt von der Planungsfirma aus Weimar die Konstruktion für einen der modernsten Hubschrauberlandeplätze der Bundesrepublik vor. Es sei eine große Herausforderung gewesen, "die hochkomplexe Konstruktion" zu planen. Vier Eisenstützstreben, zwei an der Westseite und zwei in den großen Lichtschächten des Klinikums, werden die zusätzliche Last am Dach tragen. Diese wird auch die ADAC-Rettungsstation mit Bereitschaftsräumen und Hangar umfassen. Der Landeplatz erhält eine Heizung, damit im Winter gefahrlose Landungen ohne Glatteis möglich sind, und "für den Fall der Fälle" eine automatische Löschanlage. Geplant wurde nicht nur nach Bauvorschriften, sondern auch nach nationalen und internationalen Luftverkehrsvorschriften. Diese sehen zum Beispiel in St. Peter keinen historisch bedeutenden Bau, sondern ein Luftverkehrshindernis. Angepasste Start- und Landeanflugsschneisen werden zusammen mit der Höhe der Landeplattform von 25 Metern dafür sorgen, dass der Geräuschpegel des Hubschraubers für Anwohner geringer wird, erklärte Appelt

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Schneller und besser bauen als beim Flughafen Berlin

Landrat Alfred Reisinger betonte als Vorsitzender des Rettungszweckverbandes den großen Einzugsbereich, den der Straubinger Rettungshubschrauber "täglich von Sonnenauf- bis -untergang" abdeckt. Neben Stadt und Landkreis Straubing gehören dazu auch die Landkreise Deggendorf und Regen. Reisinger erläuterte die Planungsphase und die langwierige Arbeit, mit allen Beteiligten Detailfragen zur Realisierung des neuen Hubschrauberlandeplatzes zu besprechen. Die Dreiecksbeziehung von Rettungszweckverband, Klinikum und ADAC zur Rettung von Menschen in Not funktioniere tadellos.

Oberbürgermeister Markus Pannermayr betonte, dass die Stationierung von Christoph 15 seit Jahrzehnten ein Standortfaktor für die Stadt sei und die Lebensqualität erhöhe: "Von allen Rettungssystemen ist der Hubschrauber etwas Besonderes." Und für alle Beteiligten gab er ein Versprechen ab: "Wir werden vor dem Flughafen Berlin fertig!"

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