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Artikel vom 17. Januar 2013 13:56, 1539 mal gelesen

Hacker-Angriff

„Wer geantwortet hat, sollte 1200 Euro überweisen“

Unbekannte brachen in Barbara Beck-Zellners E-Mail-Postfach ein

Autor: Franziska Meinhardt
Das Telefon stand nicht mehr still: Barbara Beck-Zellner wurde Opfer einer Hackerattacke. (Foto: H. Seibold)

Das Telefon stand nicht mehr still: Barbara Beck-Zellner wurde Opfer einer Hackerattacke. (Foto: H. Seibold)

Es war am vergangenen Donnerstag gegen halb acht Uhr morgens, da kam der Anruf, der den Tagesablauf für Barbara Beck-Zellner gründlich aus den Fugen bringen sollte: Sie erhielt von einem Freund den Hinweis, dass ihr Yahoo-E-Mail-Account offenbar gehackt wurde. Denn alle (!) Kontakte, die sie auf diesem E-Mail-Konto gespeichert hatte, hatten eine Mail bekommen - die die Geiselhöringerin aber gar nicht geschrieben hatte. "In der Mail wurde behauptet, ich sei derzeit in Bristol und bräuchte dringend Geld, weil ich meine Tasche samt Reisepass und Kreditkarte verloren hätte", erzählt Barbara Beck-Zellner noch sichtlich aufgebracht.

Die Empfänger wurden gebeten, Geld zu überweisen. "Wer geantwortetet hat, sollte 1200 Euro an die Western Union Bank überweisen", sagt sie. Das hat ihr ein Freund erzählt, der auf die erste Mail geantwortet hatte. Denn bei ihr selbst kamen die Antworten von Freunden und Geschäftspartnern gar mehr nicht an: Über eine von den Hackern eingerichtete Weiterleitung an eine falsche E-Mailadresse, die sich nur durch ein fehlendes "e" von der richtigen E-Mailadresse unterschied, wurden die Antworten nämlich direkt den Hackern geschickt. Wer das nicht gleich merkte, schrieb also an die Täter.

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Gefahr im Netz - Polizei warnt vor Hacker-Angriffen auf E-Mail Accounts

Barbara Beck-Zellner reagierte richtig: Sie verständigte die Polizei, erstattete Anzeige und ließ sich von der Kripo beraten. Die Angeschriebenen konnte sie allerdings nicht verständigen: Die Hacker hatten alle - immerhin mehrere hundert - Kontakte nach dem Versenden der ersten Mail gelöscht. Dafür stand ihr Telefon nicht mehr still: Geschäftspartner, Freunde und Bekannte wollten sicherstellen, ob die Mail von ihr stammte.

Barbara Beck-Zellner hat das Yahoo-Email-Konto inzwischen löschen lassen. Und ihr Vertrauen in die scheinbar unkomplizierten, virtuellen Kommunikationsangebote erst einmal verloren.

Lesen Sie hier ein Interview mit LKA-Cybercrime-Experte Thomas Hirl über geknackte E-Mail-Accounts und wie man sich schützen kann.

Kommentare zum Artikel


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von Rosenstolz am 19. January 2013 21:41
Dank Google

weiß ich jetzt auch wer das ist.... weniger

Antworten Lesenswert (4)
von Hunter am 19. January 2013 13:46
Mal ehrlich,

wer überweist denn schon auf Grund einer e-mail einen Geldbetrag, und noch dazu auf eine Bank deren Sitz rein gar nix mit der Herkunft der "absendenen Person" zu tun hat? Mittlerweile sollte es sich doch ...mehr so weit rumgesprochen haben dass man auf solche "Hilferufe", seien sie per Telefon, e-mail, Fax oder sonst wie gar nicht reagieren sollte weil sie gefaked sind. Abhilfe schaffen möglichst sichere Passwörter, am besten sind die Vornamen der Ehemänner(frauen), Kinder, Haustiere oder deren Geburtstage. Ironie beiseite, sichere Passwörter können zwar nicht jedem Schaden vorbeugen, aber sie erschweren es doch erheblich solche Konten zu knacken. weniger

Antworten Lesenswert (3)
von FXF am 17. January 2013 19:52
...na wunderbar

wenn das tausend anderen passiert, dann steht nichts in der zeitung... weniger

Antworten Lesenswert (6)

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