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Artikel vom 16. January 2013 11:31, 42 mal gelesen

American Football

Andi's NFL-Blog Woche 19

Autor: Andreas Raith
Julio Jones (rot) kann sich mit seinen Atlanta Falcons über den Einzug ins Halbfinale freuen (Foto: dpa).

Julio Jones (rot) kann sich mit seinen Atlanta Falcons über den Einzug ins Halbfinale freuen (Foto: dpa).

Schlafmangel, ungesundes Essen (Chips), Bier zu später Stunde, hoher Blutdruck und der eine oder andere verpasste Herzschlag - aus ärztlicher Sicht waren die Divisional-Play-offs in der NFL eine bedenkliche Angelegenheit. Aus Sicht des Footballfans waren es zwei Tage voller unvergesslicher Momente - und das nicht nur, weil noch nie mehr Punkte erzielt wurden an einem Play-off-Wochenende.

Mit Superlativen sind Amerikaner üblicherweise schnell zur Hand, aber nach dem Spiel zwischen Denver und Baltimore am Samstag überschlugen sich die Kommentatoren: als episch, historisch und legendär wurde der Vergleich betitelt. Vier Stunden und elf Minuten lang, bis drei Uhr deutscher Zeit, duellierten sich die Teams in der eiskalten Luft der Rocky Mountains - erst in einem Tempo wie in einem Fliegengewichts-Boxkampf, am Ende wie zwei taumelnde, angeschlagene Schwergewichte. Baltimores Coach Jim Harbough bezeichnete es als "eines der größten Spiele der Geschichte." Er hätte ein anderes Urteil gefällt, wenn sein Receiver Jacoby Jones 31 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit nicht einen Verzweiflungspass von Joe Flacco über 70 Yards aus der Luft gepflückt hätte, um die Ravens in die Verlängerung gerettet hätte. 35:35 stand es da. Die ersten 15 Minuten der Overtime blieben ohne Punkte, dann passierte Denvers Quarterback Peyton Manning das, was ihm in seiner großen Karriere selten passiert ist: Ein unüberlegter Wurf im entscheidenden Moment, die Interception ermöglichte Baltimore das entscheidende Field Goal. Bestraft wurde der haushohe Favorit Denver dafür, dass sich seine Passverteidiger einen freien Tag nahmen. Und auch der Coach war nicht frei von Verantwortung. John Fox war diesmal nicht der schlaue Fuchs, sondern eher der Hasenfuß, der in einigen Situationen zu wenig Risiko einging. Unter anderem verzichtete er darauf, in den letzten Sekunden der regulären Spielzeit noch Angriffe zu starten.

Die Ravens fahren nun nach Foxborough zu den New England Patriots. Selber Ort, selbe Paarung wie im letzten Jahr, als Baltimore in einem ebenfalls denkwürdigen Spiel ausschied. New Englands 41:28 gegen die Houston Texans war das einzige Spiel ohne nervenaufreibende Dramaturgie. Anders als die Offensiv-Schlacht zwischen den San Francisco 49ers und den Green Bay Packers, die 49ers Quarterback Colin Kaepernick entschied, der 181 Yards und zwei Touchdowns erlief und zwei Touchdown-Pässe warf.

Wie in Denver waren auch in Atlanta noch genau 31 Sekunden zu spielen, als die Seattle Seahawks mit 28:27 in Führung gingen. Aber die Falcons schlugen zurück. Zwei lange Pässe von Matt Ryan später erzielten sie das entscheidende Field Goal. Auch das dürfte bei vielen Fans für Herzrhythmusstörungen gesorgt haben.

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