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Artikel vom 15. Januar 2013 09:29, 1593 mal gelesen

Straubing Tigers

Großes Rätselraten: Warum verlieren die Tigers so viele Spiele in der Endphase?

Autor: Tobias Welck
Während der Linesman Pascal Kretschmer mit einem blauen Knie davon kam, mussten sich die Straubing Tigers erneut nur mit drei Punkten am Wochenende begnügen. Zu wenig, um den Platz in den Preplayoffs zu halten (Foto: Schindler).

Während der Linesman Pascal Kretschmer mit einem blauen Knie davon kam, mussten sich die Straubing Tigers erneut nur mit drei Punkten am Wochenende begnügen. Zu wenig, um den Platz in den Preplayoffs zu halten (Foto: Schindler).

Ende gut, alles gut - das galt an diesem Wochenende nur für Linesman Pascal Kretschmer, aber nicht für die Straubing Tigers... Florian Ondruschka traf in der 39. Minute des Heimspiels am Freitag mit einem Schuss den Ottobeurer Unparteiischen unglücklich voll am Knie - genau dort, wo die Referees nur minimal geschützt sind. Die Drittelpause musste vorgezogen und das Spiel mit nur drei Schiedsrichtern zu Ende gebracht werden. Doch nach Spielschluss war auch Kretschmer aus dem Krankenhaus wieder zurück und konnte schon wieder lachen - nichts gebrochen, nur eine dicke Schwellung und Prellung. Ein Happyend beim Unparteiischen, alles andere als das für die Tigers.

In Hannover wieder ein Spiel in den letzten Minuten verloren, wie schon zum Beispiel in Nürnberg, in Ingolstadt, in Augsburg oder zu Hause gegen Iserlohn. Eine Erklärung dafür hat im Lager der Tigers niemand so recht. "Warum wir die Spiele zum Schluss noch verlieren, hat immer andere Gründe", sagt Trainer Dan Ratushny. Was er damit meint: Es lag immer an etwas anderem. Mal patzte Torhüter Bacashihua, mal wurde das gesamte Team zu offensiv, mal gab es individuelle Fehler in der Defensive. Auch für die Tatsache, dass man regelmäßig die Sechs-Punkte-Spiele bei der direkten Konkurrenz verliert, und zwar nun hintereinander in Augsburg, Iserlohn und Hannover, erntet man eher ratloses Schulterzucken bei den Spielern. "Ich weiß auch nicht, warum das so ist", sagt Verteidiger Grant Lewis. "Wir bereiten uns immer gleich vor, gehen immer mit der gleichen Einstellung in die Spiele."

Bilder vom Spiel Straubing Krefeld (26 Einträge)

 

Dabei war nach dem Sieg vom Freitag die Hoffnung noch groß. "Ja, dieser Sieg gegen Krefeld, und wie er zustande gekommen ist, sollte uns einiges an positiver Energie geben", hoffte Trainer Dan Ratushny da noch. Zwei Tage später war freilich auch davon nicht mehr viel zu spüren: "Wir wussten, dass es heute ein sehr wichtiges Spiel für uns ist. Wir waren nah dran an einem Sechs-Punkte-Wochenende, aber ein paar Minuten haben gefehlt. Wir sind sehr frustriert."

Die Worte gleichen sich Woche für Woche, doch Lösungen hat offensichtlich niemand parat. Mal beginnt man schlecht und endet gut, wie gegen Krefeld ("In den ersten 10, 12 Minuten waren wir wirklich langsam. Keine Ahnung warum", so Lewis, "aber später war es dann ein gutes Spiel von uns"), dann ist es wieder umgekehrt wie gegen Hannover - aber die Konstanz fehlt völlig. "Wir haben stark begonnen in Hannover, aber dann genauso stark nachgelassen. Wir schaffen es einfach nicht, zwei Spiele am Wochenende über 60 Minuten konstant zu spielen", so Verteidiger Benedikt Brückner. Dabei hatte der Trainer extra noch den Plan für Samstag umgestellt. "Zum ersten Mal in dieser Saison gab es am Samstag ein freiwilliges Eistraining", erklärt Grant Lewis die Maßnahme, die im Team gut ankam. "Jeder sollte das machen, was er für sich am besten fand: Aufs Eis gehen, in den Fitnessraum, Massage. Das war eine gute Sache."

Doch auch das half am Ende nicht - und so gilt es nach fast drei Vierteln der Saison zu konstatieren: Die Straubing Tigers stehen derzeit auf Platz elf - und nimmt man den Saisonverlauf, dann steht man dort auch zurecht. Allen Erfolgen gegen sämtliche Top-Teams der Liga zum Trotz. Man ist einfach zu unkonstant, vergibt zu leichtfertig Punkte und ist von zu wenigen Spielern abhängig, das Powerplay ist statistisch gesehen das schlechteste der Liga, der Angriff nach Toren gerechnet der zweitschlechteste und die Abwehr mittlerweile, was die Gegentore betrifft, auch nur Mittelmaß. Das kann reichen, um im Kampf um Platz zehn mitzumischen, für mehr aber nicht. Einem eigentlich - gerade im Angriff - durchaus stark besetzten Kader zum Trotz, der im Vergleich zu den direkten Konkurrenten München und Hannover eigentlich mehr Potenzial verspricht.

Positiv: Stewarts Formkurve

Da blieb es am Ende dann auch nur eine Randnotiz, dass Karl Stewart immer besser in Form kommt (fünf Tore in den letzten vier Spielen) und Blaine Down die Krefeld Pinguine am Freitag quasi im Alleingang erschoss. Da erzielt der Kanadier mal eben ein Tor des Monats per sehenswerter Einzelleistung, legt seinen Mitspielern Germyn und Beechey so maßgerecht die Scheibe auf, dass man geneigt ist, zu behaupten, dass die Vorlage noch schöner und wichtiger war als das Tor selbst. "Ja, es war eine gute Performance von Blaine und seiner gesamten Reihe", lobt auch Dan Ratushny. Aber das alleine wird am Ende im Kampf um die Playoffs auch nicht reichen. Und auch der Worte sind längst genug gewechselt. Was zählt, sind die Ergebnisse auf dem Eis - und dort ist weder eine Verbesserung noch eine größere Konstanz im Laufe der Saison zu sehen. Soll es also am 10. März auch bei den Tigers heißen: Ende gut, alles gut, muss man sich ganz gewaltig am Riemen reißen...

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