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Artikel vom 15. Januar 2013 18:27, 355 mal gelesen

Landshut

Alte Klinikums-Wäscherei als Theater?

Suche nach Ausweichspielstätte: Alte Klinikumswäscherei ist zu niedrig für Musiktheater

Autor: Katrin Fillner
Wird das Stadttheater in der alten Wäscherei des Klinikums Landshut einzug halten? (Foto: cv)

Wird das Stadttheater in der alten Wäscherei des Klinikums Landshut einzug halten? (Foto: cv)

Ausweichspielstätte, nächste Runde: Die ehemalige Wäscherei des Klinikums war am Dienstag Treffpunkt für einen Ortstermin mit Vertretern von Politik, Stadtverwaltung und Theater. Das Fazit war relativ ernüchternd. Denkbar wäre ein Theaterbetrieb in der Halle wohl, ob der Umbau aber erheblich günstiger käme als der beschlossene Interimsbau, wird nun überprüft. Mitte Februar muss sich das Plenum für eine Interimslösung entscheiden - und hoffen, dass die Regierung dann mitspielt.

Einige Pluspunkte gibt es auf jeden Fall: Es gibt Parkplätze vorm Haus, Heizung und Lüftung sind schon eingebaut. Starke Anschlusswerte für Strom sind ebenfalls bereits vorhanden. Mit einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern wäre auch die Größe für eine Ausweichspielstätte eine Überlegung wert, im Keller gibt es verschiedene weitere Räume. Hauptamtsleiter Andreas Bohmeyer äußerte sich daher vorsichtig optimistisch: Der erste Eindruck sei nicht negativ.

Allerdings listete er auch einige Minuspunkte auf: Die Lüftung etwa sei so laut, dass sie nach draußen verlegt werden müsste. Orchester und Chor könne man nicht unterbringen, auch für Schauspieler gebe es nur vereinzelt Platz. Da müsste also eine Containerlösung her. Das größte Problem aber sei die Höhe des Gebäudes: Mit 3,5 Metern ist die Halle zu niedrig, um eine erhöhte Bühne samt provisorischem Orchestergraben unterzubringen. Das bedeute, man müsse das Dach entsprechend anheben.

Was das alles kosten würde, ist noch unklar; nun müssen erst einmal detaillierte Planungen erstellt werden. Dazu gehören auch Lärmwerte, zumal Klinikum und Altenheim in der Nähe sind. Größter Kostenfaktor dürfte aber die Anhebung des Daches für den Orchestergraben sein. Die Stadträte müssen sich also überlegen, ob sie weiterhin Musiktheater ermöglichen wollen. Lothar Reichwein (FW) etwa, einer der Antragsteller, die die Wäscherei ins Spiel brachten, sagte, dann habe man halt "vielleicht mal eine Einschränkung im musikalischen Bereich".

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Dient die alte Klinikum-Wäscherei bald als Theater? Die Vor-Ort-Besichtigung bringt wenig Klarheit.

Von Theaterseite allerdings ist klar: "Ein Orchestergraben muss sein." Das sagte Theatersprecher Konrad Krukowski zur LZ, Intendant Stefan Tilch wiederholte diesen Standpunkt. Er sagte: "Ohne Musiktheater zerschlagen wir die gesamte Abostruktur, die über 60 Jahre gewachsen ist." Denn zu den Abonnements gehöre das Musiktheater. Und: An Abenden ohne Musiktheater gebe es gar nichts, auch kein Sprechtheater. Das bedeute über Jahre hinweg fehlende Einnahmen für die Stadt.

Abgesehen davon blieb Tilch recht zurückhaltend. Diese Halle sei auf den ersten Blick eben so wie die anderen Hallen, die man angeschaut habe. "Es erschließt sich mir nicht, was hier der Vorteil wäre." Doch vor einem abschließenden Urteil müsse man das Ganze erst einmal detailliert überprüfen. Das soll nun geschehen; der Stadtrat soll die Verwaltung damit im Plenum Anfang Februar beauftragen. Dabei sollen auch die Kosten sowie zeitliche Planungen für Interimsbau und Wäscherei-Umbau gegenübergestellt werden.

Entscheidend ist aber das Plenum vom 22. Februar: Dann müssen sich die Stadträte entscheiden, welche Interimslösung sie nun haben wollen. Wenn nicht bald ein Sanierungsplan vorliegt, gibt es keine Ausnahmegenehmigung für den Spielbetrieb im alten Theater mehr. An diesem Tag entscheiden die Stadträte auch, "welchen Stellenwert die Politik dem Theater zukommen lässt", sagte Baureferatsleiter Johannes Doll. Er spielte damit auf die kommunale Selbstverwaltung an, nachdem Reichwein genauso wie Bernd Friedrich (BfL) und Rudolf Schnur (CSU), die ebenfalls vor Ort waren, die Regierung von Niederbayern ins Spiel gebracht hatten. Diese hatte angekündigt, die Kreditaufnahme dafür nur zulasten der Baumaßnahmen an der Berufsschule zu genehmigen. Daher wird nun eine günstigere Lösung für den Neubau geprüft. Nur für diesen gibt es Fördermittel.

Damit allerdings sind die Möglichkeiten nun wohl ausgeschöpft. Falls die Regierung für keine der beiden Optionen einen Kredit bewilligt, bleibt der Stadt nur, das nötige Geld an anderer Stelle einzusparen oder das Theater während der Sanierung zu schließen, sagte Doll. Ein Neubau am Bernlochner wäre allerdings auch dann nötig, wenn die alte Wäscherei zur Ausweichspielstätte wird. Im Bernlochner ist schon jetzt zu wenig Platz. Es fehlen rund 540 Quadratmeter, um wenigstens die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

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Landshut, Bayern, Deutschland

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