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Artikel vom 10. Januar 2013 07:01, 687 mal gelesen

Straubing

Volksfeststart im Kleinformat

Bajuwarium soll Ende 2013 mit Straubing, Volksfest und Bayerwald eröffnen

Autor: chg
Manuela Wölfl-Horvath und Jürgen Horvath präsentieren ein Modell des Bajuwariums im Maßstab 1:250. Das Original wird über zwei Meter messen.

Manuela Wölfl-Horvath und Jürgen Horvath präsentieren ein Modell des Bajuwariums im Maßstab 1:250. Das Original wird über zwei Meter messen.

Am Mittwoch ist die Homepage der Bajuwarium Erlebniswelt ans Netz gegangen: in bunten Farben, unterlegt mit den Silhouetten der Stadt und der bayerischen Berge. Mit einem Mausklick fährt eine Dampflok durchs Bild oder ein Maibaum stellt sich auf. Und das Riesenrad dreht unermüdlich seine Runden. Ein kindlich angehauchter Vorgeschmack soll es sein auf das, was in der alten Ziegelei Mayr und im Keller von Manuela Wölfl-Horvath und Jürgen Horvath gerade entsteht.

Die beiden Verantwortlichen der Bajuwarium Erlebniswelt GmbH haben am Mittwochnachmittag im Rathaus über den Stand der Dinge an der Geiselhöringer Straße berichtet. Aus dem 1 600 Quadratmeter großen Mittelschiff sowie dessen rechter Seite musste eine Zwischendecke entfernt werden. Während nun die Ausschreibung für die Dachsanierung läuft, gleiche der heimische Keller einer einzigen Werkstatt. "Denn Straubing gibt es nicht zu kaufen, wir müssen die Häuser nachbauen", sagt Jürgen Horvath, der Ende vergangenen Jahres mit seinem Team zu nachtschlafender Zeit am Stadtplatz exakte Vermessungen vorgenommen hat. "Die ganze Stadt können wir natürlich nicht bauen. Da müssen wir ein bisschen improvisieren und dann wird die Optik Eins-zu-Eins stimmen", erklärt der Modellbauer.

Fotos: (3 Einträge)

 


Details werden dreidimensional gedruckt

Dass das Rathaus ein wenig verzogen ist und der Stadtturm unterschiedlich dicke Wände hat, stelle das neunköpfige Bajuwarium-Team vor besondere Herausforderungen. Selbst deren "Geheimwaffe", wie Horvath seinen Mitarbeiter Thomas Weiß nennt. "Wir wollen schließlich keine eindimensionalen Pappfassaden", meint Christian Meier, der für das Marketing zuständig ist. Deshalb baut Weiß Gebäude und Attraktionen mittels Lasertechnik. Die Funktionsweise seines Arbeitsgerätes ist ähnlich der eines Druckers, nur dreidimensional. "Das Kreuz unter einer Bierbank, das ist mit keiner Schere zu schaffen", sagt Manuela Wölfl-Horvath.

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Die gedruckten und geklebten Bierbankgarnituren müssen zwar nicht mehr aufgeklappt werden, doch fehlen zum fertigen Gäubodenvolksfest noch viele weitere Details: vom kleinen Mülleimer über die fingerkuppengroßen, beleuchteten und selbstständig fahrenden Autoscooter bis zum großen Festzelt. Bis Ende des Jahres sollen alle Arbeiten beendet sein, für die Festwirte und Veranstalter wenige Wochen benötigen - in 87 Mal größerem Maßstab und mit dem Vielfachen an Personal.

Volksfestgelände war freihändig nicht zu schaffen


"Die ersten Attraktionen haben wir mit freier Hand abgeschätzt. Da sind wir überhaupt nicht weitergekommen", sagt Wölfl-Horvath, deren großer Dank der Stadt sowie der Ausstellungs- und Veranstaltungs-GmbH gehört: "Für die unendliche Hilfe." Bequem als PDF-Datei haben sie die Maße des Festgeländes am Hagen, inklusive historischem Bereich, erhalten. Bis zum Jahresende sollen über das Volksfest hinaus im ersten Modul noch die Stadt, deren Umland und Teile des Bayerischen Waldes abgebildet werden, etwa der Bogenberg. Ein Modul ist jeweils 150 Quadratmeter groß. Auf den weiteren sollen selbst Teile Österreichs, der Schweiz und Südtirols Platz finden. "Der Besucher wir jedes Jahr eine neue Landschaft entdecken", verspricht Horvath.

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Bald ist Straubing um eine Attraktion reicher. Am Mittwoch wurde das Projekt "Bajuwarium" offiziell gestartet. Seit zwei Jahren ist die Familie Horvath schon damit beschäftigt, in der Alten Ziegelei eine Miniatur-Erlebniswelt zu erschaffen.

Während die Kulissen aus Holzpapier und Kunststoff entstehen, wächst der Bogenberg aus Maschendraht und Gips aus den Miniatur-Donauauen empor. "Die bayerische Landschaft, das Volksfest und die Fahrzeuge sind die wahre Herausforderung, die Eisenbahnen gibt es ja schon", sagt Meier über die technischen Herausforderungen, Autos auf rote Ampeln reagieren zu lassen. Eine GPS-Steuerung soll helfen, Gas und Bremse zu betätigen.

Für jeden, der ein Miniatur-Volksfestzelt vom Grundgerüst bis zum Aufstellen der letzten Bierbank begleiten möchte, wurde eine kleine Ausstellung im Stadtturm ins Leben gerufen. Über sechs Wochen wird diese von außen einsehbar und immer samstags von zehn bis 13 Uhr für einen Blick über die Schulter eines Modellbauers geöffnet sein. So lässt sich die Wartezeit auf die Attraktion, die Oberbürgermeister Markus Pannermayr in eine Reihe mit Volksfest, Tiergarten und Tigers stellt, zumindest ein wenig verkürzen. Wenn auch nicht gleich um das 87-Fache.

Info
Über die Fortschritte der Bajuwarium Erlebniswelt wird ab sofort in einem Wochenrückblick im Internet auf www.bajuwarium.de berichtet.

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Straubing, Bayern, Deutschland

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