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Artikel vom 07. Januar 2013 07:44, 187 mal gelesen

Deggendorf

Deutschland blickte auf Deggendorfer Kirche

ZDF übertrug Dreikönigs-Messe aus Mariä Himmelfahrt live im gesamten Bundesgebiet

Autor: Sonja Lehner
Die Sternsinger standen im Mittelpunkt der Messe aus Deggendorf, die gestern bundesweit live im ZDF zu sehen war. (Foto: Lehner)

Die Sternsinger standen im Mittelpunkt der Messe aus Deggendorf, die gestern bundesweit live im ZDF zu sehen war. (Foto: Lehner)

Deggendorf stand am Sonntag für eine Dreiviertelstunde im Mittelpunkt Deutschlands: Das ZDF übertrug bundesweit den Gottesdienst der Kirche Mariä Himmelfahrt mit dem Motto "Wir haben seinen Stern gesehen".

Am Hochfest der "Erscheinung des Herrn" erzählt der Evangelist Matthäus von den "Magiern aus dem Osten", die zur Krippe in Bethlehem kommen, um Jesus als dem "neugeborenen König der Juden" zu huldigen und Geschenke zu bringen. Es ist der Tag, an dem in vielen deutschen Städten und Gemeinden die Sammelaktion der Sternsinger zu Ende geht. Unter dem Motto "Segen bringen - Segen sein" haben sie in den Tagen zuvor den Segen Gottes an die Häuser gebracht, das Kürzel "C+M+B" ("Christus mansionem benidicat", lateinisch für "Christus segne dieses Haus") an die Türen geschrieben und dabei Geld für Hilfsprojekte in der ganzen Welt gesammelt.

Den Gottesdienst zelebrierten Monsignore Ludwig J. Rösler, Kaplan Oliver Pollinger und Diakon Claudio Alves Pereira. Rösler erläuterte anfangs: "Die drei Weisen kamen zu Christus nach Betlehem und damit ist Christus der ganzen Welt erschienen. Die Geschenke der Weisen zeigen uns, wie das Kind eigentlich ist."

Fotos: (4 Einträge)

 


Ein Sternsinger brachte die erste Gabe dar und meinte, Gold sei ein Zeichen des Königs. Das Kindlein sei König, der Gerechtigkeit und Frieden bringe, in eine Welt, in der Hass und Gewalt herrschten. Die zweite Gabe Weihrauch sei ein Zeichen dafür, dass Gott in die Welt gesandt worden ist. "Jesus ist der Herr der Liebe und des Lebens in einer lieblosen Welt." Myrrhe sei ein Symbol, dass in Jesus das Leid und der Tod einmal das Ende finden. Jesus bringt Erlösung in eine hoffnungslose Welt.

Gott in Kind erkannt


Pollinger erörterte in seiner Predigt, dass "wir im Evangelium gehört haben, wie sich die Weisen aus dem Morgenland aufmachten, um den neuen König zu finden. Sie wollen ihm ihre Aufwartung machen, Geschenke überreichen und dem Königskind die Ehre erweisen." An Weihnachten sei Gott in aller Stille und Armut Mensch geworden. Ein einfacher Stall und eine schlichte Futterkrippe wurden seine Heimatstätte. Die gelehrten Männer haben in diesem Kind Gott erkannt. Durch ihren Kniefall vor Jesus bezeugen sie ein Weltereignis und verkündigen der ganzen Menschheit eine unglaubliche Geschichte: Gott der Retter ist da - in Menschengestalt. Sie überreichten die Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe, die auf die königliche Würde des Kindes hinweisen.

Im Gottesdienst berichteten auch die Sternsinger Lisa, Fabian und Steffi davon, was sie erlebt haben, und warum sie sich in der Sternsingeraktion engagieren.

So seien sie an zwei Tagen von acht bis 17 Uhr unterwegs gewesen, dazwischen gab es eine Pause für das Mittagessen. Es bereite ihnen viel Spaß, mit Freunden für einen sinnvollen Zweck zu sammeln. So unterstützt man Kinder in anderen Ländern, die arm, krank oder hungrig sind, unter anderem aber auch Krankenhäuser in Tansania.

Außerdem sei es immer wieder schön, wenn Menschen, denen sie begegnen, ein Lächeln auf den Lippen haben. Die Pfarrei hat heuer insgesamt fast 10000 Euro sammeln können.

Die musikalische Leitung des Gottesdienstes hatte Kirchenmusikdirektor Hermann Weller. Es sangen zahlreiche engagierte Mädchen der Pfarrsingschule.

Viel Technik im Einsatz

Seit Freitag weilte das ZDF in Deggendorf. Es wurden hunderte Meter Kabel und Leitungen in der Pfarrkirche verlegt, mehrere Lampen und Scheinwerfer wurden aufgestellt, so dass die Kirche am Sonntag pünktlich zur Live-Übertragung prächtig hell erleuchtet war. Auch drehte das ZDF dort die ZDF-Sendung "Ein guter Grund zu feiern" mit Willi Weitzel. "Dem Stern auf der Spur - Dreikönig mit Willi Weitzel?" - so lautete der Titel. Dreikönig ist der volkstümliche Name des Feiertags, eigentlich heißt das Fest "Erscheinung des Herrn". Doch was ist damit gemeint und welche Rolle spielt der berühmte Stern von Bethlehem? Warum haben ausgerechnet Sterndeuter den neugeborenen Jesus als erste aufgespürt? Und wie ist der Zusammenhang zu den Sternsingern, die in den Tagen um den 6. Januar durch Städte und Dörfer ziehen, die Häuser segnen und Spenden sammeln?

Weitzel wollte herausfinden, worum es an dem Festtag Dreikönig geht. So begann er seine Spurensuche bei den Sternsingern in Deggendorf. Willi selbst unterstützt heuer die Sternsinger-Aktion des Kindermissionswerks. Vor kurzem ist er nach Tansania gereist, um vor Ort Projekte zu besuchen, die mit Hilfe der Sternsinger unterstützt werden.

Er wollte von den Jugendlichen mehr wissen: Was für Erfahrungen machen sie beim Segnen der Häuser? Welche Bedeutung hat Dreikönig für sie? Welche Motivation haben sie, von Tür zu Tür zu gehen und Spenden für hilfsbedürftige Kinder zu sammeln? Und was hat es eigentlich mit dem Stern auf sich?

Die Buben und Mädchen standen ihm lange Zeit Rede und Antwort, doch mussten sie ihn später noch zu einer Sternwarte weiterschicken.

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Deggendorf, Bayern, Deutschland

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