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Artikel vom 02. Dezember 2012 17:19, 2485 mal gelesen

Krankenhaus Landau an der Isar

1.400 Menschen bilden eine Lichterkette

Am Krankenhaus demonstrierten die Massen für den Erhalt der Geburtshilfe

Autor: Christian Eberl
Circa 1.400 Menschen kamen zur Lichterkette vor dem Landauer Krankenhaus. Foto: Mathias Adam

Circa 1.400 Menschen kamen zur Lichterkette vor dem Landauer Krankenhaus. Foto: Mathias Adam

Das Bild war beeindruckend. Flackernde Kerzen, Fackeln, Taschenlampen: Ganze Familien waren am Sonntag, 2. Dezember, bei Einbruch der Dunkelheit am Krankenhaus Landau, um in einer Lichterkette rund um das Gebäude Hand in Hand für den Erhalt der Geburtshilfe zu demonstrieren (idowa berichtete). Singles, Ehepaare, Kinder, Hunde, alles war am Sonntagabend auf den Beinen. Ob geboren in Landau oder nicht, viele trugen den knallroten Button mit Stadtwappen, um sich solidarisch zu zeigen.

Hatte Markus Tschöp, der Hauptorganisator dieser demonstrativen Veranstaltung, zwischen 800 und 1 000 Teilnehmer geschätzt, lieferte kurz nach 17 Uhr Reinhard Huf das genaue Ergebnis. 1 400 waren es, verkündete er, nachdem er die rund 450 Meter lange Kette abgeschritten war und gezählt hatte.

Bewusst unpolitisch hatte Tschöp diese Demo gehalten. So gab es keine Reden, dafür Stille, um die Patienten nicht zu stören. Unter den Teilnehmern waren Bürgermeister Josef Brunner und seine Frau Marielle zu finden, auch Sparkassendirektor Bernhard Mittermeier, obwohl in Funktion eines Feuerwehrlers. Ein Dutzend FFW'ler sorgten für sicheres Geleit in der Dunkelheit. Geschlossene Gruppierungen im eigentlichen Sinne traten nicht an. Landrat Heinrich Trapp ließ sich ebenfalls blicken, hielt wie viele andere Teilnehmer eine Kerze und hatte den "Geboren in Landau"-Button am Revers. Statt großer Reden gab er dem Bayerischen Rundfunk ein Interview, war zu vernehmen.

Archiv: Bilder der Menschenkette für Rettung der Geburtenhilfe (32 Einträge)

 

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Die Zeit wird knapp für die Geburtshilfe in Landau, das ließ Tschöpp im Gespräch mit der LZ deutlich werden. Bekanntlich soll am Mittwoch die Entscheidung fallen. Bis dahin müssten rein rechnerisch anderthalb bis zwei Hebammen gefunden und eingestellt werden. Die aktuell fünf beschäftigten Hebammen waren um den Organisator versammelt. Eine davon hat wie berichtet gekündigt.

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Obwohl einst das Paradepferd des Landauer Krankenhauses und auch zuletzt noch respektable Geburtenzahlen aufweisend, gibt es ernsthafte Anzeichen für eine Schließung der Geburtshilflichen Abteilung.

Ob das Wunder noch zu schaffen ist, die zwei Mitarbeiterinnen zu finden, sei fraglich. Aber die solidarischen Landauer geben nicht auf und suchen nach jedem Weg, um die Geburtshilfe zu erhalten und damit auch die Möglichkeit, dass es auch künftig noch echte Landauer gibt. Am heutigen Montag um 19 Uhr findet die Landkreis-Bürgerversammung statt, da dürfte es großen Andrang in der Stadthalle geben. Landrat Heinrich Trapp wird Rede und Antwort stehen, und das Thema Geburtshilfe wird dabei wohl der Schwerpunkt. Der Landkreis-Chef zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass noch bis ins neue Jahr Zeit wäre, den entsprechenden Personalstand zu erreichen und damit die Abteilung zu retten.

Er war heftig ins Kreuzfeuer geraten mit Bekanntwerden, wie es mit der Einrichtung steht. Fragwürdig und nicht nachvollziehbar ist für die Bürger unter anderem, warum trotz deutlich höherer Geburtenzahl die Landauer Abteilung geschlossen werden soll und die Dingolfinger erhalten bleibt. Bei der Lichterkette am Sonntag kam dagegen ein pragmatischer Lösungsvorschlag. Die Landauer müssten halt einfach mehr Kinder kriegen und die Geburten natürlich in der Bergstadt stattfinden. Doch ein entsprechender Aufruf würde nur mit neunmonatiger Verzögerung Wirkung zeigen. Aufforderung und Anleitung muss die LZ natürlich nicht abdrucken, die Idee an und für sich wäre natürlich so schön, dass sich auch die Heimatzeigung über mehr Nachwuchs freuen würde.

Kommentare zum Artikel


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von rundbogen am 03. December 2012 09:42
Gut gemacht!

Ich finde es richtig, dass die Landauer gezeigt haben, was sie wollen. Auch wenn das Krankenhaus schon etwas alt wirkt und nicht mehr das neueste ist, sollen doch ihre Kinder auch da zur Welt kommen, wo ...mehr ihr Eltern Leben! weniger

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