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Artikel vom 26. September 2012 07:40, 460 mal gelesen

Bushaltestelle direkt an Kreisstraße

Vier Minuten fehlen für mehr Sicherheit

Eltern fordern nach Unfall erneut Verlegung

Die Schulkinder müssen jeden Tag die am Morgen zur Zeit des Berufsverkehrs vielbefahrene Straße überqueren.

Die Schulkinder müssen jeden Tag die am Morgen zur Zeit des Berufsverkehrs vielbefahrene Straße überqueren.

Von Stefanie Wieser.
Riskant ist der Weg zur Bushaltestelle für einige Schüler aus Götzdorf im Gemeindebereich Kumhausen. Um die weiterführenden Schulen in Vilsbiburg zu erreichen, müssen die derzeit drei Kinder und Jugendlichen die Kreisstraße LA 21 überqueren. Dort herrscht am Morgen reger Berufsverkehr, der mit Tempo 100 an der Ortschaft vorbeirast. Eine Gruppe von Eltern kämpft seit einem Jahr um die Verlegung der Haltestelle in die Ortschaft.

Nun ist es passiert: Die Angst einiger Eltern, die sie seit etwa einem Jahr täglich zur Fürsorge treibt, wurde bestätigt. Normalerweise wurden die Kinder jeden Tag zur Bushaltestelle begleitet. In der vergangenen Woche durften zwei elfjährige Mädchen erstmals alleine gehen, so die Eltern. Doch schon am zweiten Tag wurden sie von einem Auto erfasst. Laut Polizeibericht hatten die Kinder kurz nach einem Lastwagen die Straße überquert und dabei ein Auto übersehen. Der 27-jährige Fahrer aus Landshut hatte keine Chance und streifte die Mädchen mit seinem Fahrzeug. Eines von ihnen wurde schwer, das andere leicht verletzt.

Gerade weil er keine Chance mehr hatte, zu bremsen, ist der unfallbeteiligte Fahrer der Meinung: "Diese Haltestelle ist sehr gefährlich." Er plädiert dafür, dass die Haltestelle am besten in die Ortschaft verlegt werden sollte. Eine Verlegung der Haltestelle in die Ortschaft wäre die sicherste Lösung, so sind sich auch die meisten Eltern der Kinder einig. Der Bus könnte auf Höhe der Kirche links abbiegen, im Ort halten und nach der Ortschaft wieder auf die Kreisstraße LA 21 einbiegen, schlugen einige Eltern vor - und das schon vor einem Jahr. Im Ort gibt es sogar schon eine Bushaltestelle für die Grundschüler, die jedoch in die andere Richtung fahren. Weil es aber derzeit keine Grundschüler gibt, so die Eltern, hält dort kein Bus.

Verkehrsschau vor Ort

Thomas Huber hatte im Dezember 2011, damals war er noch zweiter Bürgermeister von Kumhausen, eine Anfrage zu einer möglichen Verlegung an das Landratsamt geschickt. Das koordiniert als Straßenverkehrsbehörde sogenannte Verkehrsschauen, bei denen die Verkehrssicherheit vor Ort begutachtet wird, so Gerhard Schwaiger, stellvertretender Sachgebietsleiter Verkehrswesen, Straßen- und Wegerecht. Vor drei Monaten traf sich Huber, mittlerweile erster Bürgermeister der Gemeinde, also mit dem zuständigen Sachgebietsleiter Alfred Absmeier vom Landratsamt und Werner Gärtner, Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion für den Bereich Land, vor Ort, um sich die Situation anzusehen.

Zunächst wurde die Möglichkeit einer Geschwindigkeitsbegrenzung geprüft. Gärtner stellte jedoch fest, dass an der Haltestelle die gesetzlich vorgeschriebene Sichtweite vorhanden sei, so dass es keine Voraussetzung für eine Geschwindigkeitsbegrenzung gebe. Daraufhin wurde die Verlegung der Bushaltestelle angesprochen. Dies ist nur möglich, wenn auch der Buslinienbetreiber, in diesem Fall die RBO, der Verlegung zustimmt, so Gärtner.

Das Argument das Andreas Grenzinger, der sich als RBO-Teamleiter mit Absmeier vom Landratsamt und Gärtner von der Polizei abspricht, gegen die Verlegung anbrachte und auch heute noch vertritt, ist der Zeitmangel.

Der Bus, der über Götzdorf nach Vilsbiburg fährt, kommt von Dingolfing her und hält auch am Bahnhof in Landshut. Schon immer kam der Bus sehr knapp bei den Schulen in Vilsbiburg an, holte Grenzinger zur Erklärung aus. Da sich die Beschwerden der Schulleitungen häuften, wurde schließlich auf eine andere Haltestelle in Landshut verzichtet, so dass der Bus drei Minuten früher vom Bahnhof starten kann. "Wenn dieser Bus nun in Götzdorf durch die Ortschaft fahren müsste, würden wir wieder etwa vier Minuten verlieren und wären genauso weit wie vorher", so Grenzinger. Sowohl Grenzinger als auch Gärtner würden die Haltestelle verlegen wollen, wenn es möglich wäre, doch der Zeitplan verhindert dies.

So hatte auch Bürgermeister Huber die Situation in Erinnerung und kümmerte sich zumindest mit der Gemeinde darum, dass der Platz neben der Straße, auf dem die Kinder warten müssen, befestigt wird. Seit diesem Sommer ist der ehemals mit ein paar Kieseln angelegte Warteplatz wenigstens in dieser Hinsicht sicher. Die Gemeinde sei gewillt, für mehr Sicherheit der Kinder zu sorgen, doch die Verlegung der Bushaltestelle liege nicht in deren Entscheidungsbereich, so Huber.

Änderung derzeit nicht möglich

Eine Möglichkeit, die Sache noch einmal in Angriff zu nehmen, sei die Ansetzung eines neuen Ortstermins, so Gärtner, doch dem Argument des Zeitmangels sei wohl kaum etwas entgegenzusetzen. Zurzeit sehe auch Grenzinger keine Möglichkeit, die Situation zu ändern. Ein früheres Losfahren des Busses würde wieder an anderer Stelle Probleme nach sich ziehen. Zum Beispiel in Ahrain und Altheim. Dort fahren zwei Busse Richtung Landshut. Der Erste ist der Bus, der über Götzdorf fährt. Wenn dieser nun noch früher losfahren würde, wäre der zweite Bus in Ahrain und Altheim täglich überfüllt, während der erste weniger genutzt wird, erklärt Grenzinger.

Vonseiten des Landratsamtes konnte zum weiteren Vorgehen noch keine Stellung bezogen werden, da weder Absmeier noch Ingrid Eberl, Sachgebietsleiterin ÖPNV/Schülerbeförderung, erreichbar waren.

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