Artikel vom 21. September 2012 11:22, 61 mal gelesen
Vilsbiburg
Wieder Kraft für den Alltag geholt
Bewegender Gottesdienst mit Krankensalbung auf Maria Hilf
Die Mitglieder des Roten Kreuzes brachten die Teilnehmer der Wallfahrt
über die Stufen hinauf zur Bergkirche, wo Wallfahrtsdirektor Pater
Rathgeber den Gottesdienst zelebrierte und die Krankensalbung spendete.
(Fotos: Martha Berger)
Am Tag der Krankenwallfahrt ist jedes Jahr eine besonders intensive Atmosphäre von Freude, Hoffnung und Ergriffenheit in der festlich geschmückten Bergkirche zu spüren. Viele der kranken und gehbehinderten Menschen kommen nur einmal im Jahr durch die Hilfe der Mitglieder des BRK in "ihre geliebte" Bergkirche, wo sie sich in einem Mut machenden Gottesdienst Kraft und Segen für die Bewältigung ihres beschwerlichen Alltags holen.
Wallfahrtsdirektor Pater Joachim Rathgeber feierte mit seinem Mitbruder Pater Herbert Müller die Eucharistie, in deren Rahmen sie mit Unterstützung von Krankenhausseelsorger Pater Sebastian Raß die Krankensalbung oder den besonderen Kranken-Einzelsegen erteilten. Eugen Polster an der Orgel und die Querflötenspielerin Stefanie Wippenbeck bereicherten die Feier mit Kirchenmusik.
Nur einmal im Jahr, am Krankenwallfahrtstag, sind um den Altar und das Gnadenbild der Bergkirche so viele Menschen in Rollstühlen versammelt. Die 15 Mitglieder des BRK-Bereichs Süd hatten unter der Regie von Bereitschaftsführerin Rita Lehner alle Hände voll zu tun, um die gemeldeten Personen von der Wohnung abzuholen und in harter Knochenarbeit die vielen Stufen zur Bergkirche hinaufzutragen. Dieses Jahr war erstmals auch ein Liegendtransport zu bewältigen. Außerdem brachten die BRK-Helfer neben den 28 gemeldeten Personen auch die Kranken und Senioren in die Kirche, die von ihren Angehörigen mit Privatautos gebracht wurden. Erstmals nahm auch eine größere Gruppe Senioren aus dem BRK-Seniorenheim Geisenhausen an der Wallfahrt teil.
Schmerzen Mariens
Vor diesem Hintergrund freute sich Wallfahrtsdirektor Pater Rathgeber über die große Teilnehmerschar in der voll besetzten Bergkirche. In seinem Willkommensgruß sprach er den Anwesenden Mut zu, erinnerte aber auch an die Weissagung des greisen Simeons, dass auch Maria von bitterem Schmerz nicht verschont bliebe. Da die Kirche genau am Tag der Krankenwallfahrt liturgisch das Fest des Gedächtnisses "der Schmerzen Mariens" feierte, erklärte Pater Rathgeber in seiner Predigt, dass die Kirche an diesem Fest Maria in ganz besonderer Weise als menschliche Frau darstelle, die von Schmerz gezeichnet unter dem Kreuz ihres Sohnes stand. Trotz des Leids, das sie ertragen musste, sei ihr Gesichtsausdruck auf vielen Abbildungen von einem tiefen Glauben und Vertrauen geprägt.
Deshalb motivierte der Prediger seine Zuhörer: "Wenn wir Menschen in schweren Zeiten nicht mehr an den guten und wohlwollenden Gott glauben können, dürfen wir uns an Maria wenden, der bitteres Leid nicht fremd war. Sie wird uns helfen, unser Schicksal anzunehmen, auf die Beine zu kommen und wie sie darauf zu vertrauen, dass Gott letztlich alles zum Guten führt." Anschließend lud der Seelsorger zum Empfang der Krankensalbung ein. Er bezeichnete die Salbung als Geschenk Gottes und Zuspruch für unser Leben.
Die liturgische Handlung begleiteten Eugen Polster und Stefanie Wippenbeck mit passender meditativer Musik. Ergriffen von der feierlichen Stimmung in der Kirche wischte sich so manche Teilnehmerin eine Träne aus den Augen. In den Fürbitten bat die Gottesdienstgemeinde schließlich um Mut und Kraft in der Krankheit, aber auch für alle, die den Kranken beistehen und für sie sorgen. Am Schluss des Gottesdienstes stellten sich die Teilnehmer mit einem Marienlied noch einmal unter den Schutz der Gottesmutter.
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