Artikel vom 14. September 2012 08:12, 143 mal gelesen
Vilsbiburg
Neuer Wallfahrtsdirektor auf Maria Hilf
Salesianerpater Joachim Rathgeber will in offener Seelsorge auf die Menschen zugehen
Joachim Rathgeber ist neuer Wallfahrtsdirektor auf Maria Hilf. (Foto: mb)
Von Martha Berger.
Die Leitung der Wallfahrt auf dem Maria-Hilf-Berg ist für den ehemaligen Jugendseelsorger und Streetworker eine völlig andere und neue Aufgabe, in der er sich nach eigenen Worten erst einmal zurechtfinden muss. Jetzt gilt seine Hauptsorge der Wallfahrtskirche und den vielen Menschen, die das ganze Jahr über ihre Sorgen und Nöte der Gottesmutter anvertrauen und dabei auch spirituell betreut werden wollen.
Für den neuen Seelsorger ist es wichtig, dass Vilsbiburg der traditionelle Wallfahrtsort bleibt, wie er von Anfang an gedacht war. Pater Joachim Rathgeber kam am 21. Februar 1958 in Hofheim, Unterfranken, zur Welt und wuchs mit einem älteren Bruder auf. Als Spätberufener fand er nach einer Ausbildung zum Hotelkaufmann zu den Salesianern Don Boscos und zum Priestertum. Sein Charisma, offen auf Menschen zuzugehen, veranlassten ihn schon sehr früh, ehrenamtlich als Streetworker in Regensburg, München und Chemnitz zu arbeiten. Er fühlte sich verpflichtet, Menschen zu helfen, die mit verschiedenen Problemen wie Drogenabhängkeit, Obdachlosigkeit kämpften oder einfach vernachlässigte Jugendliche waren. Diese Aufgabe fasziniert ihn bis heute.
Nachdem Pater Joachim 1995 erste Kontakte zu den Salesianern knüpfte, begann er etwas später sein Noviziat in Jünkerath in der Eifel. Zwischenzeitlich wurde er von seiner Ordensleitung als Gruppenleiter für jugendliche Migranten in einem Jugendwohnheim in Regensburg ernannt. Im Spätberufenen-Seminar Lantershofen (Diözese Trier) studierte der jungen Salesianer Philosophie und Theologie. Im Jahr 2001 wurde er in Benediktbeuren von Bischof Gerhard Ludwig Müller zum Priester geweiht. Anschließend arbeitete Pater Joachim in Chemnitz als Dekanats-Jugendseelsorger und Streetworker. Nach zwei Kaplansjahren in Forchheim wurde er nach München-Haidhausen berufen, wo er bis jetzt tätig war.
Von seinem großen Vorbild Don Bosco hat sich Pater Joachim für sein Priesterleben dessen spirituellen Spruch: "Bleibt mit beiden Füßen fest auf der Erde und seid mit dem Herzen im Himmel" zu eigen gemacht. Deshalb geht er auch offen auf alle Menschen zu und will sie dort abholen, wo sie gerade stehen, erklärte er im Gespräch.
Mit beiden Füßen fest auf der Erde
Seine besondere Sorge gehört aber der Jugend. So will er die Wallfahrt für die Jugend attraktiver gestalten, dabei denkt er neben der traditionellen Jugendwallfahrt an besondere Jugendgottesdienste während des Jahres, mit deren Feier er in den vergangenen Jahren viele junge Menschen begeistert hat. Deshalb freut er sich besonders, dass die Pfadfinder schon lange auf dem Berg eine Heimat gefunden haben. In Zukunft will er diese Gruppe noch mehr im pastoralen Leben integrieren. Außerdem freut sich Pater Joachim auf eine gute Zusammenarbeit mit Stadtpfarrer Siegfried Heilmer und den Gremien der Pfarrei, da er der Meinung ist, die Pfarrei und der Berg sollten sich in der Pastoral ergänzen und gegenseitig helfen. So könnte er sich zum Beispiel in der Jugendarbeit gut einen gemeinsamen Ministrantentag oder ein größeres Pfadfindertreffen vorstellen.
Da auch die Pflege und Erhaltung der Bergkirche und des Klosters in den Verantwortungsbereich des Wallfahrtsdirektors gehört, befasste sich Pater Joachim auch schon zusammen hat den Mitgliedern der Kirchenstiftung mit der geplanten erforderlichen Renovierung der beiden Türme der Bergkirche. Sobald die Baubehörde der Diözese Regensburg grünes Licht gibt und die beantragen Zuschüsse bewilligt, soll mit der Baumaßnahme begonnen werden.
Zuvor aber brennt ihm noch ein weiteres Problem unter den Nägeln: die veraltete und teure Beleuchtung der Bergkirche. Sobald wie möglich möchte er eine kostengünstigere Lösung mit neuen Sparlampen finden. Zudem wünscht er sich, dass die Bergkirche nicht nur an Festtagen angestrahlt wird, sondern jeden Sonntag in den Abendstunden weit ins Land leuchtet. "Vielleicht finden sich Sponsoren, die uns die finanziellen Sorgen abnehmen", hofft der Wallfahrtsdirektor.
Sehr positiv empfindet Pater Rathgeber die Unterstützung seiner geistlichen Mitbrüder, der Kirchenstiftung mit Ferdinand Broden an der Spitze und seinen weiteren Mitarbeitern in dieser Anfangsphase. Er selbst will durch eine gute Kommunikation mit seinen Mitarbeitern eine Atmosphäre schaffen, die dem Wohl der Wallfahrt und allen dient, die sie besuchen.
Seine Gedanken darüber definiert er mit dem Spruch Dom Helder Caracas, der lautet: "Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit."
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