Lesenswert (3) Empfehlen Google +

Artikel vom 23. Januar 2013 07:31, 255 mal gelesen

Straubing-Bogen

Ein Fuchs am hellichten Tag

Füchse sind jetzt im Landkreis ständig unterwegs – Paarungszeit beginnt

Autor: rp
Derzeit kann es schon passieren, dass einem beim Waldspaziergang ein Fuchs über den Weg läuft. (Foto: rp)

Derzeit kann es schon passieren, dass einem beim Waldspaziergang ein Fuchs über den Weg läuft. (Foto: rp)

Ein Fuchs am helllichten Tag - dieser seltene Anblick ist derzeit im Landkreis Straubing-Bogen nicht unwahrscheinlich. Die Vorsitzenden der Kreisgruppen Straubing Stadt und Land, Bogen und Mallersdorf im Bayerischen Jagdverband, Rolf-Dieter Pfeilschifter, Sepp Niemeier und Ludwig Krinner, haben dafür eine einfache Erklärung: "Die sonst nachtaktiven Tiere sind nicht etwa krank oder haben sich über die Maßen vermehrt, sondern jetzt beginnt die Partnerwahl der Füchse, die sogenannte Ranz."

Eigentlich ist Meister Reineke ein dämmerungs- und nachtaktives Tier. Jetzt, da die Paarungszeit in vollem Gange ist, kann man ihn auch am Tage draußen antreffen. Die Ranz kündigt sich im Allgemeinen durch heiseres Bellen Ende Dezember an, erreicht im Januar den Höhepunkt und endet im Februar. Auf der Suche nach einem Paarungspartner streifen vor allem die Rüden weit umher. Die Füchsin, in der Jägersprache Fähe genannt, ist nur während weniger Tage paarungsbereit und genau diesen Zeitpunkt muss der Fuchsrüde abpassen. Aus diesem Grund weicht er nicht mehr von ihrer Seite, duldet keine Nebenbuhler und prüft ständig durch Beschnuppern und vorsichtige Annäherungsversuche, ob der richtige Zeitpunkt zur Begattung naht.

"Nach einer Tragzeit von 52 bis 54 Tagen - man sagt, die Fähe "geht dick" - bringt sie in der Zeit von März bis Mai in der Regel drei bis sechs Welpen in einem unterirdischen Bau zur Welt. Beide Elterntiere sind mit der Aufzucht der Jungen beschäftigt. Oftmals wirkt auch der Rüde bei der Aufzucht der Jungen mit." Der Fuchs kommt in unserer Heimat zahlreich vor. Im Jagdjahr 2011/2012 wurden im Landkreis Straubing-Bogen 1659 Füchse zur Strecke gebracht, in Bayern etwa 110000 Füchse, deutschlandweit über eine halbe Million.

"Der Kulturfolger Fuchs hat sogar die Stadt als Lebensraum entdeckt, die ihm als findigem Allesfresser ein breites Nahrungsspektrum bietet. Tatsächlich gibt es heute für dieses intelligente und anpassungsfähige Raubtier in vielen Städten bessere Deckungs- und Nahrungsverhältnisse als in der umgebenden, oft durch die Landwirtschaft stark veränderten Kulturlandschaft. Füchse verlieren relativ schnell die Scheu vor Menschen. Es sind aber Wildtiere und sollten dies auch bleiben", so Rolf-Dieter Pfeilschifter "Auf keinen Fall sollte versucht werden, die Tiere anzulocken und durch Fütterung zu zähmen, denn dadurch erhöht sich das Risiko einer Infektion mit Krankheitserregern bei Mensch und Haustier."

Kommentare zum Artikel


Artikel kommentieren


Anzeige
Anzeige

Verbreitungsgebiet Verbreitungsgebiet Cham Deggendorf Regen Dingolfing Straubing-Bogen Regensburg Landshut Erding-Freising-Kelheim
Anzeige
Anzeige