"Du gekaufen Schrankenschuh - wir gratulieren"


Gelungene Faschingssitzung der Faschingsgesellschaft Narra Vilsia


 

Die farbenfrohe Faschingssitzung der Narra Vilsia.

Von Monika Bergbauer


Reisbach. Mehr Abwechslung ist kaum in einem Abend zu packen! Als die Faschingsmacher ihr buntes Programm im Rahmen der Sitzung 2012 am Samstag vor vollem Hause präsentierten, gab es unzählige Szenen aus dem Leben gegriffen mit spitzer Feder durchleuchtet. Bleibt die Tatsache: Früher war alles besser - oder? Größen wie Kolumbus oder Tarzan gaben sich die Ehre, Künstler aus Mexiko waren angereist. Es gab Wissensvermittlung pur und aller beste Stimmung im Schlappinger-Hof-Saal. Das wurde spätestens dann deutlich, als das Publikum bei "Seemann, lass das Träumen" den Seemannschor zu später Stunde aus voller Brust unterstützte.



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Mit dem Einzug des Elferrates nahm das Kommende seinen Verlauf. Zur Begleitung war die Simbacher Faschingsgesellschaft angereist und während Thomas Mandl die ersten Marschklänge anstimmte, zog man, Rosen an die holde Weiblichkeit verteilend, in den Saal. Dem Ehrenpräsidenten Günter Adams war es vorbehalten, die Begrüßung vorzunehmen und den neuen Präsidenten Hans Haslbeck unter großem Applaus vorzustellen. Zum glamourösen Einstieg in die humorigen Stunden marschierte die Prinzengarde der Faschingshochburg Simbach zum Gardemarsch auf. Prinzessin Natalie und Prinz Bernhard begeisterten mit dem anmutigen Prinzenwalzer, bevor sich zwei Männer im Wartezimmer einem nicht ganz jugendfreien Thema widmeten und singend der Naturbehaarung und den daraus resultierenden Fragen, die viele Männer auf diesem Planeten beschäftigen, auf den Grund gingen.


Wenn die eine die andere Bekannte vergangene Woche im Wartezimmer nicht antraf, dann deshalb, weil sie krank war... Gut, dass dem am vergangenen Samstag nicht so war, sonst hätten die vielen Zuschauer auf den neuesten Ratsch verzichten müssen. Dabei kam auch die Frage auf, ob Diakon Aigner tatsächlich versehentlich seinen Hochzeitsanzug mit in die Ukraine gab - jedenfalls wurde er bei der Suchaktion nicht mehr ausfindig gemacht. Sodann nahmen das Simbacher Prinzenpaar und die Gardemädchen die Zuschauer mit ihrem Showtanz mit in den "wilden Westen". Als Saloongirls, Cowboys und Squaws legten sie eine flotte Sohle aufs Parkett, ehe Präsident Hans Haslbeck in die Bütt stieg. Detailliert und ohne etwas zu beschönigen erzählte er, wie er mit "versiedenen Stiften von Stahl" den "Schrankenschuh" aus Korea zusammenbaute - oder es zumindest versuchte. Laut Anleitung reichte ein Hammer als Montagewerkzeug aus - allerdings auch als Demontagewerkzeug. Übrig blieben zwei Erkenntnisse: Ein Schuhschrank ist nicht unbedingt erforderlich und dass manchmal das weibliche Geschlecht den besseren Durchblick hat. Auch der Nachwuchs war wieder mit dabei. Die jungen Damen der Tanzgruppe Diamonds eroberten die Tanzfläche und nahmen diese zunächst abwechselnd in zwei Gruppen für ihre Choreographien in Anspruch.


Es ist schon beachtlich, was es an Wissenswertem über Rindviecher zu vermitteln gibt. Die hochinteressante Studie gefiel auch den fünf prächtigen Jungtieren, die das Gehörte anschaulich demonstrierten, sich jedoch bescheiden zurückzogen, als ihr letzter Verwendungszweck erläutert wurde... Nicht genug, dass der Winterschlussverkauf für den Ehemann lästiges Tütenschleppen mit sich bringt. Zudem wurde er auch noch zur Konsumenten-Umfrage herangezogen. Nicht ganz auf der Höhe der Zeit führte er aus, dass man keine Mikrowelle im Haus habe, da man ausschließlich Bayern 1 höre und auch kein iPod, weil man keinen Waffenschein besitze.


Wo kommt der Schall her, wo geht er hin, was will er überhaupt? Diesen und vielen wissenswerten Fragen mehr ging man in der kultigen Knoff-Hoff-Show mit großer Experimentierfreude auf den Grund und rückte dabei das Instrument in den Mittelpunkt. Lässt sich Strom hindurch schicken? Oder gar durch einen menschlichen Körper? Hierbei sucht er sich den Weg des geringsten Widerstandes über das Gehirn. Bei der Frage, ob vier platzende Luftballons eine Trommel schädigen können, erfuhr man Unterstützung durch Landrat Heinrich Trapp, 1. Bürgermeister Sepp Steinberger, Ehrenpräsidenten Günter Adams und als einzige Dame in der Runde von Rita Dobler. So viel sei gesagt: Der Versuch scheiterte.


 

Die farbenfrohe Faschingssitzung der Narra Vilsia.

Tamara Häringer erzählte von einem Zwiegespräch mit Opa humorvoll und mit durchaus hohem Wahrheitsgehalt - abgesehen von manchen Aussagen. Demnach griff man früher zum Bier wegen des Brauchtums und nicht wegen des Alkohols und Messerstechereien waren eher "mehr freundschaftlich". Früher kochten die Mädchen wie ihre Mutter, heute saufen sie wie ihr Vater. Sodann nahm der Reitherer Seemannschor das Publikum mit auf eine musikalische Seereise. Auch wenn in einer niederbayerischen Sitzung diese Art von Liedgut eher ungewöhnlich sein mag. Bei dem Potpourri vieler Ohrwürmer wie "Nimm uns mit Kapitän auf die Reise" oder "Wir lagen vor Madagaskar" sangen die Zuschauer begeistert mir. Zudem wurde so manche Begebenheit am Hafen und auf dem Meer szenisch dargestellt. Und selbst im Dschungel braucht es mittlerweile eine Eheberatung. Die Therapeutin gab bei Tarzan und Jane wirklich alles, um die Paarprobleme aus der Welt zu schaffen, verfehlte jedoch ihr Ziel. Temperamentvolle Klänge hatten "Los 3daros" mitgebracht. Die drei mexikanischen "Kaktusritter" im Miniformat kamen ganz groß raus, als sie landestypische Lieder und Melodien ins Publikum schmetterten und bei "Ja, was gibt's denn heut auf'd Nacht?" zu südländischen Klängen sogar völkerverbindend agierten. Schwungvollen Abschluss der Faschingssitzung bildete auch heuer die Steinberger Tanzgruppe Funky Diamonds. Mit "Alpenrausch und Edelweiß" hatten sie für ihren Showtanz in Dirndl und Lederhose eine originelle Idee, die tänzerisch rasant umgesetzt wurde.


Mit dem großen Finale ging ein rundum gelungener und kurzweiliger Abend zu Ende, wofür sich die vielen Gäste mit verdientem Applaus bedankten.

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Kategorien: Dingolfinger Anzeiger, Fasching & Bälle
Erstellt: 06.02.2012

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