Feinstaub liegt in der Luft


Grenzwert überschritten: Holzöfen und Wetter führten zu Luftbelastung


 

Ein Kaminfeuer sorgt zwar im Winter für Behaglichkeit, aber eben auch für Feinstaub. (Foto: Frank Rumpenhorst, dpa)

(sj). Draußen ist es klirrend kalt, und da machen es sich viele vor dem knisternden Feuer im Kamin oder im Ofen gemütlich. Doch die Behaglichkeit hat einen Haken: Denn wo Holz verbrannt wird, da entsteht Feinstaub. Und das sorgte in den vergangenen Tagen für erhöhte Feinstaubwerte. Bedingt durch die Wetterlage wurde der europaweite Grenzwert in diesem Jahr an sieben Tagen überschritten - und das kann gesundheitliche Folgen haben. Die Stadt hat deshalb an die Bürger appelliert, weniger Feinstaub zu verursachen.


Der Grenzwert für das Tagesmittel liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In den vergangenen Tagen wurde er laut Rudolf Laimer vom Fachbereich Umweltschutz der Stadt mehrfach überschritten. Die Feinstaub-Messstation an der Podewilsstraße ermittelte am Donnerstag einen Tagesdurchschnittswert von 85 Mikrogramm.


Solche Werte sind im Winter keine Seltenheit. Ursache sind die Holzöfen vieler Bürger, in denen das Feuer während der kalten Wochen knistert und prasselt. Dabei entsteht Feinstaub. Wenn auch noch das Wetter ungünstig ist, sind die Grenzwerte schnell überschritten. Genau das war in den vergangenen Tagen der Fall: Zum einen war die Luft sehr trocken, und es ging kein Wind - das habe die Konzentration in der Luft erhöht, sagt Laimer. Zum anderen lag über der Stadt eine warme Luftschicht, die wie ein Deckel wirkte. Also konnten die Feinstaubpartikel auch nicht nach oben wandern. "Wir schmorten im eigenen Saft", sagt Laimer. Und jeden Tag kam weiterer Feinstaub hinzu.


Da die Stadt nur an 35 Tagen im Jahr den Grenzwert überschreiten darf, muss sie bei erhöhten Werten schnell dafür sorgen, dass diese wieder sinken.


Deshalb wurden die Bürger in den vergangenen Tagen aufgefordert, kein Holz im Ofen zu verbrennen - sofern man eine funktionierende Heizung hat. Aber auch durch das richtige Verbrennen von Holz kann nach Laimers Worten Feinstaub vermieden werden (siehe drei Tipps für richtiges Heizen). "Mit Holz muss genauso effizient geheizt werden wie mit Gas oder Öl", sagt Laimer.


Aber auch so mancher Autofahrer kann einen Beitrag leisten: Wer noch ein altes Dieselauto ohne Rußfilter in der Garage hat, solle lieber auf Bus und Bahn umsteigen, rät Laimer. In den nächsten Tagen sollen die Feinstaubwerte wieder sinken, denn es soll feuchter werden. Dann verbinden sich die Feinstaubpartikel und sinken zu Boden - die Luft ist sauberer.


Doch trotz dieser Aussichten hofft Laimer auch weiterhin auf verantwortungsvolles Handeln der Bürger. Denn die Folgen zu hoher Feinstaubwerte betreffen schließlich alle: Atemwegserkrankungen zählen ihm zufolge genauso dazu wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ortsinformation:  Deutschland > Landshut


Leser-Kommentare (2)

spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider.
Petra | 15.02.2012 18:41 |  2 Bewertungen

Luftverpester

Wir werden jeden Tag massiv zugequalmt. Unser Haus ist in der Heizperiode nicht mehr bewohnbar! Als Asthmatiker müssen wir im Winter eine Wohnung nehmen, um dem Rauch zu entfliehen. Wir haben den gesundheitlichen und finanziellen Schaden.


weitere Kommentare

Menschenfreund| 14.02.2012 21:20 |  4 Bewertungen
Romantisch glotzen

"Romantisch glotzen", frei nach Brecht, wollen die Kaminbenutzer, Holzrauchstinker und Feinstauberzeuger. Viele von denen haben nicht mal eine Ahnung, wie sehr sie bei Windstille anderen Leuten die Atemluft verpesten und sie dazu zwingen, die Fenster geschlossen zu halten. Und wenn sie es ahnen, dann ist es ihnen egal. Denn das eigene romantische Glotzen ist ihnen schließlich das Allerwichtigste auf der Welt.

Kommentar schreiben

Überschrift:Nickname:
Kommentar: Netiquette | AGB

ANZEIGE

Artikel empfehlen

Absender E-Mail:Empfänger E-Mail:
Absender Name (optional):Empfänger Name (optional):
Ihre Nachricht (optional): 

RSS | Impressum | Mediadaten
© 2012 Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung