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Maria als Missionarin in Bolivien

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Mein Bolivien...


...sind all die vielen Menschen, die mein Leben hier bereichert haben.
...ist das Land dessen unglaubliche Schönheit der Natur mir immer wieder den Atem raubt.
...ist das echte bolivianische Lächeln der Menschen.
...sind die vielen Umarmungen "meiner" Kinder.
...ist das Gefühl nach Hause zu kommen wenn ich von Reisen zurück ins Internat komme.
...sind Sätze wie: "Was du bist 20, nicht verheiratet und hast noch keine Kinder?!?!"
(mit einem seehr entsetzetn Gesichtsausdruck) oder „Boa kuck mal das Mädchen hat weiße Haare, wie meine Oma!“
...sind die vielen bunten Märkte.
...ist meine zweite Heimat.
...sind Duschen mit kaltem Wasser (egal ob Winter oder Sommer) und das nachfolgende Einhüllen in Decken und Kuscheln mit den Mädls gegen die Kälte
...sind öffentliche Verkehrsmittel, die den Begriff Bewegungsfreiheit und Sicherheit noch mal ganz neu definieren.
...sind stimmungsvolle Gottesdienste.
...ist Armut und Reichtum.
...ist Musik.
...ist Tanz.
...ist der Wechsel zwischen Freud und Leid.
...sind ständige Verspätungen, die jedoch keinen stören.
...sind Essensportionen die ein Normalsterblicher nur mit viel Übung bezwingt.
...ist eine (oder mehrere) Sprachen zu erlernen.
...sind die unglaublich großen Familien.
...ist Mate-Trinken.
...sind gemütliche Abende bei Kerzenschein, wenn der Strom mal wieder ausgefallen ist.
...sind all die unzähligen Feiertage (Tag des Schülers, Tag des Lehrers, Tag des Meeres (obwohl Bolivien gar keinen Zugang zum Meer hat), Tag der Freundschaft,.....)
...ist Limonade, die wir in Deutschland wahrscheinlich als Sirup verwenden würden
...ist noch viiiel mehr...

11.08.2011 16:43Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
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Meine Zeit...


Ein Jahr - 365 Tage, 8760 Stunden, 525600 Minuten oder 31536000 Sekunden. Sieht nach viel Zeit aus. Nach einem Jahr hier in Bolivien kann ich jedoch das Gegenteil behaupten.

Vor einem Jahr war ich ebenfalls hier in La Paz, jedoch mit ganz anderen Gefühlen. Vor einem Jahr war alles neu, die Menschen, die Stadt, die Sprache, die verschiedenen Bräuche und Traditionen. Ich hatte Mühe mich in dem riesigen Chaos zwischen tausend hupenden Micros und Taxen, Straßenbuden und Menschenmassen zurecht zu finden. Ich war froh abends heil in meinem Hotelzimmer angekommen zu sein.
Gestern kam ich nach 15 Stunden Busfahrt wieder in La Paz an. Mein Koffer wurde aus Versehen in einen anderen Bus geladen, die Straßen waren wegen Festumzügen größtenteils gesperrt oder übervoll von eben diesen hupenden Micros und Taxen, kurz gesagt - das Chaos ist immer noch das Gleiche. Aber: Ich fühl mich jetzt nicht mehr hilflos und überfordert, denn dieses anfangs scheinbar unüberwindbare Chaos ist in diesem Jahr zu meinem Zuhause geworden.

11.08.2011 16:42Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
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Was unbedingt noch gesagt werden muss....


Mein großer Dank gilt:

...meinen Eltern, die mich immer unterstützt und gestärkt haben und für mich da waren und sind wenn ich sie brauche

...Sr. Irene Weber und dem ganzen MaZ - Team, die trotz ihres vollen Terminkalenders immer wieder Zeit für alle Sorgen und Anliegen gefunden haben

...allen, die mein Jahr finanziell durch Spenden an meinen „Solikreis“ unterstützt haben.

...meinen Freunden, die mich das ganze Jahr über nicht vergessen haben und immer zur Stelle waren, wenn ich sie gebraucht habe

...den Schwestern in Limburg, besonders Sr. Aquilina und Sr. Amanda, die mich in ihr Gebet miteingeschlossen und mir auch immer wieder liebe Briefe geschickt haben

...an alle, die mein Postfach immer wieder mit lieben Nachrichten gefüttert und/oder an mich gedacht haben

11.08.2011 16:41Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
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Was ich jetzt sagen kann...


Als ich mich vor einem Jahr das mir vertraute Deutschland verlassen und mich in das Abenteuer Bolivien gestürzt habe, meinte ich zu wissen wie sehr mich dieses Jahr verändern würde. Doch die Erfahrungen, die ich hier sammeln durfte, sprengen alle anfänglichen Vorstellungen.

Ich habe in diesem Jahr hier in Bolivien versucht, die Menschen und ihre Kulturen kennen zu lernen und mich ihnen anzupassen, denn mir war und ist es immer noch wichtig, dass mich die Leute hier nicht als die reiche deutsche Freiwillige sehen, sondern als eine "Missionarin auf Zeit", der es wichtig ist mit den Menschen hier zu leben, zu beten und zu arbeiten.

Ich hatte hier das Glück, viele wunderbare Menschen zu treffen, die ihre wertvolle Zeit mit mir teilten. Es ist einfach unglaublich schön, mit wie viel Freunde und Herzlichkeit ich von den Leuten hier aufgenommen wurde.

Ich erlebte hier unzählig viele schöne aber auch schwierige und oft traurige Momente, die mich in meinem Tun und Denken oft beeinflussen. Ich kann nicht sagen, wie sehr mich dieses Jahr hin verändert hat (ich denke ich bin immer noch genauso verrückt –wenn nicht noch verrückter- wie damals) aber ich weiß, dass sich meine Sichtweise über viele Dinge stark verändert hat.
Vieles das in meinem Leben eine große Bedeutung gespielt hat, empfinde ich jetzt als eher unwichtig.

Andere, für mich zugegebenerweise oftmals als selbstverständlich gesehene Werte, haben für mich wieder mehr an Bedeutung gewonnen.
Wenn ich mein Leben hier mit dem in Deutschland vergleichen müsste, wäre es ungefähr so eine Achterbahnfahrt mit einem gemütlichem Picknick im Grünen zu vergleichen. Alles in allem war es ein wunderschönes Jahr, reich an Erfahrungen, die ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte.

11.08.2011 16:40Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
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Von Abschiedstränen und Gefühlschaos...


Vor allem in den letzten Tagen, die mir gemeinsam mit den Mädls blieben, hatte ich viel mit meinen Gefühlen zu kämpfen. Die ständigen Fragen von den Mädls, meinen Freunden und Bekannten warum ich denn jetzt schon wieder zurück nach Deutschland müsste, ob ich denn nicht noch länger bleiben könnte und wann ich wieder käme; die bettelnden Blicke hier zu bleiben, die Umarmungen...all das machte es mir nicht leichter meine neue und total liebgewonnene Heimat zu verlassen. Als ich von meinem letzten Besuch auf dem Land wieder nach Hause kam, warteten die Mädchen und Schwestern mit einer Abschiedsparty auf mich. Der Speisesaal der Mädls wurde umdekoriert, es gab Pizza und Limonade und die Mädchen hatten Tanz- und Theateraufführungen für mich einstudiert. Der Abschied in Deutschland war auch schwer, jedoch wusste ich, dass ich nach einem Jahr wieder zurückkommen würde. Jetzt von hier wegzugehen ist für mich um einiges schwieriger, denn ich kann nicht genau sagen wann ich das nächste Mal die Chance habe hierher zurückzukommen. Aber zu sehen und zu spüren wie wichtig ich den Mädchen und Schwestern hier geworden bin und dass sie die Zeit genauso genossen haben wie ich, war das schönste Geschenk, das sie mir machen konnten!

Auch die vielen Einladungen von Freunden und Bekannten haben mich unheimlich gefreut. Sie werden immer einen Platz in meinem Herzen haben.

11.08.2011 16:39Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
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Von meinen letzen Wochen im Internat oder von Mandarinen-& Orangen-Massen...


Nach einem kleinen Abstecher zu den Wasserfällen von Iguazu im Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay kam die (für mich) schlechte Nachricht: die Schulferien in Bolivien werden auf den 27. Juni vorverlegt. Das hieß für mich noch knapp einen Monat bis zum Abschied nehmen, denn während der Ferien sind die Mädchen bei ihren Eltern auf dem Land.

In diesem Monat war ich mit meiner "Missions – Gruppe" und einem Pfarrer öfter bei verschiedenen Gemeinden auf dem Land um dort Messe zu feiern, zu singen oder einfach auch nur zu plaudern. Ich genieße es jedes Mal aufs Neue auf der Ladefläche von Jeeps oder Lastwägen durch die scheinbar unberührte Landschaft Boliviens zu fahren. Die Gemeinden liegen teilweise so weit abseits vom Weg dass es für mich anfangs unvorstellbar war, dass hier Menschen leben. Die Menschen leben in einfachen Lehmhäusern, haben dort meistens weder Strom noch fließend Wasser, aber nirgendwo habe ich eine solche Ruhe und Gelassenheit bei Leuten gespürt wie bei ihnen. Einfach nur beneidenswert und schön.

Am 13. Juni war dann das Fest des Hl. Antonius, dem Patron Monteagudos. Jedes Jahr versammeln sich viele Musik- und Tanzgruppen um zu Ehren ihres Heiligen ihr Können unter Beweis zu stellen. Schon Tage zuvor war in den Radiosendungen von nichts anderem mehr die Rede und als den Moderatoren dann auch noch zu Ohren gekommen ist, dass auch ich dieses Jahr mittanzen würde, waren die Werbesprüche oftmals wie folgt: "Ihr wollt die blonde Choquita aus Deutschland tanzen sehen?!? Dann kommt zum Festumzug zu Ehren des Hl. Antonius nach Monteagudo!!!"
>> MARIA BEIM TANZ SEHEN? HIER GIBT'S BILDER

Nachdem einen Tag vorher endlich alle Kleider fertig genäht waren, konnte es am Festtag auch endlich losgehen. Zuerst tanzten wir 3 Stunden durch die Straßen Monteagudos bis es dann vor der Kirche zur eigentlichen Tanzaufführung kam. Ich tanzte "Chacarera" und "Cueca", zwei typisch bolivianische Volkstänze.

In den Monaten Mai, Juni und Juli ist die Zeit der Mandarinen- und Orangenernte. Auch im Internat haben wir einige Mandarinen- und Orangenbäume, sodass eine meiner Aufgaben in den letzten Wochen das Ernten und Verkaufen dieser leckeren Früchte war. Zusammen mit einigen Mädls fuhr ich fast täglich mit dem Jeep zu unseren Feldern, holten (und aßen) die Früchte von den Bäumen, luden die vollen Kisten auf die Ladefläche um sie dann im Dorf unter lautem "Marktgeschrei" zu verkaufen.

11.08.2011 16:38Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
Örwin
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RE: Maria als Missionarin in Bolivien


Hallo Maria, i finds einfach mehr ois respektabel, dass du dieses "Abenteuer" eingegangen bist. des bringt außerdem in kuaza zeit aa no a menge lebenserfahrung füa oan selber.
Nochmal: Hut ab, Maria.
Erwin Mühlbauer vom Ochsenweiher

23.03.2011 13:42Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
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Neue Bilder


>> VIELE VIELE FOTOS VON MARIA

25.02.2011 16:58Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
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Im Internat


Seit dem 09.Februar bin ich nun wieder hier im Internat mit 64!!! Mädls, die mich täglich ganz schön auf Trab halten. Auch meine Aufgaben wurden erweitert. So gebe ich nicht mehr "nur" Computerkurse und helfe bei den Hausaufgaben, sondern gestalte morgens die Gebetsrunden (immer eine Woche lang, dann wird gewechselt) und bin verantwortlich für die Essensvorräte und die Bibliothek (die ich 6 Tage lang geordnet und aufgeräumt habe) des Internats. Ebenfalls bin ich gerade dabei eine große Bolivienkarte mit den Mädls zu zeichnen und habe einen Chor gegründet.

Dieser Chor liegt mir besonders am Herzen, weil da nicht nur die Mädchen aus dem Internat daran teilnehmen können, sondern auch Kinder und Jugendliche aus dem Dorf. So haben diese auch die Möglichkeit mindestens einmal in der Woche eine feste Freizeitaktivität zu haben und können sich mit den Mädls aus dem Internat austauschen. Ich hoffe so, den Kindern den Spaß an der Musik vermitteln zu können und eine Gemeinschaft innerhalb der Gruppe und des Dorfes zu schaffen. Ich bin gespannt.

25.02.2011 16:58Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
 
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und weiter....


Zurück in Copacabana wollten wir eigentlich mit der Flota (Bus) zurück nach La Paz fahren aber man hatte uns den falschen Bus zugewiesen, sodass wir nach 10 min plötzlich an der Grenze zu Peru standen. Nur mit viel Glück konnten wir rechtzeitig mit einem Taxi zurück nach Copacabana fahren um von dort aus mit einer Flota (die Gott sei Dank Verspätung hatte) auf dem Fußboden des Busses zurück nach La Paz zu kommen. So konnten wir am nächsten Tag pünktlich unsere Tour fortsetzen.

Wir machten uns am nächsten Tag morgens um 7 Uhr mit weiteren 4 Deutschen auf den Weg um die gefährlichste Straße der Welt mit dem Fahrrad zu fahren. Nachdem wir mit unserer Reiseagentur La Paz verlassen hatten wussten wir jedoch schnell, dass das kein Zuckerschlecken werden würde. Es war eiskalt und hatte sogar leicht angefangen zu schneien, als uns Marco unser Reiseführer die Schutzkleidung und Fahrräder überreichte. Ich hatte nach dem ersten Stück mit dem Rad große Lust wieder ins warme Auto zu steigen, aber der Reiz und die Neugier dieses Abenteuer zu wagen waren dann doch größer. Auf dem Schotterweg ging es 1000nde Kurven mal mehr mal weniger steil bergab, durch Wasserfälle und Bäche (was aber egal war, denn nass waren wir ja sowieso schon von oben bis unten) und vorbei an vielen Kreuzen von Verstorbenen, die uns die Gefahr dieser Strecke immer wieder bildlich vor Augen führten. Nach gut 3 Std. kamen wir dann kaputt aber wahnsinnig stolz (vor allem ich, als einziges Mädl unter 5 Jungs) in unserem Zielort in den Yungas an. Schade dass die Sicht nicht so gut war, denn die Yungas sind echt einen Ausflug wert. Die Landschaft ist wunderschön. Sattes Grün und viele beeindruckende Pflanzen so weit das Auge reicht.
In dem Hotel in dem wir dann zu Mittag gegessen haben, gab es einen Pool und nichts auf der Welt konnte uns aufhalten da einmal (oder auch mehrere Male) hineinzuspringen.

Die Rückfahrt nach La Paz war über die neu gebaute Strecke, wobei wir die Landschaft dann auch so richtig genießen konnten.

Von La Paz ging es dann in der Nacht noch weiter nach Cochabamba. Dort waren wir aber nur eine Nacht und haben Freunde von mir besucht.
Von Cochabamba aus ging es dann mit kurzem Zwischenstop in Santa Cruz direkt nach Monteagudo zu meiner Stelle.

Ich habe mich total gefreut wieder zurück zu sein. Leider waren zu dem Zeitpunkt noch nicht viele Mädls da, denn die Schule sollte erst eine Woche später beginnen (wobei da auch wieder jeder etwas anderes gesagt hat) Im Laufe der Woche trudelten dann auch immer mehr chicas ein. Am Abend bevor ich zusammen mit Fabio ,meinem Reisebegleiter, wieder nach Santa Cruz gefahren bin um ihn zum Flughafen zu bringen, veranstalteten wir ein kleines Fest zusammen mit den Mädls und den Schwestern des Internats. Wir tanzten einheimische und auch deutsche Tänze und aßen (total typisch für Deutschland) Pizza. Alles in allem ein schönes Fest.

25.02.2011 16:57Antworten | Zitat | Ändern | Hoch
 
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