Vielstimmige CSU in Sachen Sperrstunde
Ödp-Schreiben an Frauen-Union - "Weitere Diskussion notwendig"
Landau. Die Diskussion über die Wiedereinführung der Sperrstunde führt vielerorts zu so manchem Riss auch innerhalb der Parteien. Ob es diesen auch innerhalb der CSU gibt, das will die Ödp jetzt genauer hinterfragen. Entgegen den "Spaßaktivitäten" der Jungen Union (JU) hatte sich die Frauen-Union nämlich für eine längere Sperrstunde ausgesprochen und war damit auf Ödp-Linie.
Konkreter Anlass für die Diskussion ist das Vorgehen des Landratsamtes wegen massiver Sicherheitsbedenken bei einer Dingolfinger Diskothek, deren Öffnungszeit aber inzwischen wieder verlängert wurde. Auf die Fahnen geschrieben hatte sich dies die Junge Union. "Wir haben es geschafft, dass wir zwischen Diskothekenbetreiber und Landratsamt vermittelt haben. Wir haben beide wieder an einen Tisch geholt", so ließ sich kürzlich JU-Kreisvorsitzender Christian Fertl zitieren. Dies nicht ohne den JU-Hinweis, dass man die neuen Sicherheitskonzepte mit entworfen habe.
"Selbstvertrauen haben die jedenfalls". So kommentiert die Ödp mit etwas gewählteren Worten einen Umstand, den Landrat Trapp inzwischen als "Gschaftlhuberei" bezeichnet hatte. In Kritik aber auch die Argumentation bzw. Wortwahl der JU. Wer hier sachliche Kritik an deren Aktivitäten übte, konnte sicher sein, bald den Stempel einer Spaßbremse aufgedrückt zu bekommen. Ob es solche Spaßbremsen auch in der eigenen Partei gibt, möchte die Ödp jetzt von anderen CSU-Untergliederungen wissen. Während kürzlich die Mittelstandsunion mit Unterstützung durch die "JU-Notärzte" die Rettung der Nacht offensichtlich ebenfalls zur Priorität erklärt habe, würden von der Frauen-Union (FU) seit einiger Zeit etwas "besinnlichere" Signale ausgehen. Diese hatte nämlich vor einiger Zeit eine Resolution an die bayerische Staatsregierung verabschiedet, die durchaus im Sinne der Ödp war. "Die 2005 verkürzte Sperrstunde hat sich nicht bewährt", so die CSU-Frauen seinerzeit. Man forderte dort eine landesweite Sperrzeitregelung von zwei bis sechs Uhr. Dies würde auch den Disco-Tourismus unterbinden.
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