Das Biofeuer brennt
Lange umstrittenes Biomasseheizkraftwerk läuft - die MVA ist Geschichte
Denn erstmals wird in der alten MVA kein Müll mehr verbrannt, sondern Grüngut. Damit hat das Biomasseheizkraftwerk (BMHKW) seine Arbeit aufgenommen
Landshut. (sj) Seit Mittwoch brennt es in der ehemaligen Müllverbrennungsanlage (MVA) - doch das Feuer löst keinen Notfall, sondern Freude bei den Verantwortlichen aus. Denn erstmals wird in der alten MVA kein Müll mehr verbrannt, sondern Grüngut. Damit hat das Biomasseheizkraftwerk (BMHKW) seine Arbeit aufgenommen - die MVA ist Geschichte.
Gestern stellten die Stadtwerke und Vertreter der Stadt den Medien die Anlage bei laufendem Betrieb vor - und man war sichtlich stolz auf das Erreichte. Schließlich gingen der geplanten Umrüstung der MVA hin zum BMHKW kontroverse Diskussionen voraus. Bis vor wenigen Monaten war noch völlig offen, ob die Pläne jemals Realität würden.
Die Arbeitsabläufe im BMHKW haben sich für die Mitarbeiter kaum verändert. Anstelle von Müll landet nun allerdings Grüngut im Verbrennungskessel. Das BMHKW arbeitet derzeit mit einer Leistung zwischen 70 und 80 Prozent. Die Turbine, die auch schon in der MVA lief, erzeuge rund zwei Megawatt Strom, sagte Hansjörg Eisner, der technische Betriebsleiter. Im Gegensatz zur alten MVA ist die erzeugte Energie allerdings klimaneutral. Der Strom wird schon jetzt ins Netz eingespeist und kann circa 5800 Haushalte pro Jahr versorgen. Das zweite Standbein des BMHKWs ist die Wärmeerzeugung. Die nimmt allerdings erst Fahrt auf, wenn das Fernwärmenetz verlegt ist. Baubeginn dafür ist im Frühjahr. Die Hochschule ist einer der ersten Fernwärmekunden. Das Netz soll nach und nach weiter ausgebaut werden, sogar die Altstadt soll in wenigen Jahren schon angeschlossen sein.
Die MVA ist Geschichte
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Die Befürchtungen vieler Anwohner im Umfeld des BMHKWs, dass die Luft stark mit Schadstoffen belastet wird, scheint zumindest derzeit unbegründet. "Wir unterschreiten die Grenzwerte deutlich", sagte Eisner. So liegt der von der Regierung festgelegte Grenzwert für Staub bei 30 Milligramm, den tatsächlichen Ausstoß gab der Überwachungsmonitor gestern mit 0,03 Milligramm an.
Pro Tag werden aktuell 170 Tonnen Grüngut verbrannt - das entspricht laut Eisner acht LKW-Ladungen. Nach dieser Rechnung ist der Lieferverkehr zur ehemaligen MVA deutlich zurückgegangen. Als noch Müll verbrannt wurde, seien bis zu 40 LKWs pro Tag gekommen, sagte Eisner.
Bis Mitte März soll die Anlage noch laufen, dann wird sie nochmals für einige Monate abgeschaltet. Der Grund: Es sind noch einige Arbeiten nötig, um die Anlage zu optimieren. Unter anderem werden eine zusätzliche Turbine zur Wärmeerzeugung eingebaut und der Verbrennungsofen vergrößert. Zudem wird ein beachtlicher Teil der alten MVA abgerissen, da die Anlagen für ein Biomasseheizkraftwerk nicht gebraucht werden. Anfang Oktober soll das BMHKW dann endgültig ans Netz gehen.
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