Neue Wege braucht die Burg
Mehr Sicherheit bei Veranstaltungen durch Treppe und erweiterte Zufahrt
Foto: Christine Vincon
Landshut. (rn) Eine Burg gilt seit jeher als Zeichen für Schutz und Sicherheit. In Landshut weiß man jedoch spätestens seit dem großen Burgbrand 1961, dass auch auf einer so wehrhaften Anlage für Sicherheit gesorgt werden muss. Weil auf der Burg Trausnitz immer mehr Veranstaltungen stattfinden, musste beispielsweise ein Notausgang geschaffen werden. Lange Zeit diente ein gerüstartiges Provisorium als Ausstiegsmöglichkeit am südlichen Ende des Burghofs. Derzeit wird dort endlich eine dauerhafte Treppenkonstruktion angebracht. "Die ersten Verankerungen sind schon gesetzt", sagt Burgverwalter Walter Rappelt. Bis die neue Treppe endgültig montiert ist, wird es allerdings noch dauern. Spätestens bis zum nächsten Gartenfestival vom 17. bis 20. Mai soll sie jedoch fertiggestellt sein.
Die Breite des vorhandenen Fluchtwegs gibt die Zahl der zugelassenen Menschen bei Veranstaltungen vor. Im Burghof dürfen es bis zu 600 sein. Die Notwendigkeit eines zweiten Fluchtweges sei nach dem großen Besucherandrang bei den ersten Gartenfestivals erkannt worden, sagt Rappelt. "Wenn die Veranstaltungen so groß werden, brauchen wir auch ein sicheres Fluchtwegkonzept, erkannte man damals." Das Konzept sei in Zusammenarbeit mit Ordnungsamt und Bauaufsicht erstellt worden.
Drei Wege aus dem Burghof
Für Notfälle vorgesorgt wird auch mit der Verbreiterung der Durchfahrt auf die Schwedenwiese vom Hofgarten aus, wo der Trassenverlauf gerade abgesteckt wurde. Damit werde ein zweiter Fluchtweg geschaffen, sagt Rappelt. Denn die Zufahrt entlang des Wehrgangs ist nur in eine Richtung befahrbar. Im Notfall müssten die ersten Sankas bereits hinausfahren, während die Feuerwehrfahrzeuge noch hineinfahren, was mit nur einer Zufahrt nicht möglich sei.
Aus- und Eingänge gibt es auch im unmittelbaren Burgbereich nur wenige. Neben dem Notausstieg und dem Burgtor gibt es noch eine Möglichkeit über die Treppe, die vom Burghof aus direkt zur Burgschenke hinunter und von dort aus über die Burgterrasse ins Freie führt.
Im Moment gibt es jedoch gar keine Möglichkeit, zur Burgterrasse zu gelangen. Das Tor neben dem sogenannten Jägerhaus ist wegen umfassender Bauarbeiten geschlossen: Die Renovierung der seit November leerstehenden Burgschänke geht mit einer umfassenden Sanierung der Westfassade einher.
Ab Juli wieder Gastbetrieb
Bis Ende März soll auch der neue Betreiber der Burggastronomie feststehen. Ab etwa nächster Woche soll die offizielle Ausschreibung beginnen. Der Lokalbetrieb soll im Juli wieder aufgenommen werden. Vom künftigen Konzept der Burgschänke erwartet Walter Rappelt hauptsächlich, dass sich Touristen angesprochen fühlen und es einen durchgängigen Betrieb gibt. "Dann würden vielleicht auch die Landshuter abends noch auf die Burg kommen."
Auch von einem Burgaufzug -- in welcher Weise auch immer -- erhofft man eine Belebung der Burg und des Gastronomiebetriebs. "Es kommt auch auf die Kapazität an, die sich mit einem Aufzug befördern lässt", sagt Rappelt. Er denkt an große Reisebusse, die nicht auf den Burghof fahren können und deren ältere und gehbinderte Passagiere sich schwer tun, die 800 Meter durch holpriges Gelände vom Parkplatz an der Edmund-Jörg-Straße bis zur Burg und zurück hinter sich zu bringen. "Es würde wenig Sinn machen, wenn man in der Stunde nur 60 oder 80 Personen hochbefördern könnte", findet Walter Rappelt. Der Burgverwalter hofft daher auf eine Lösung, mit der man schnell viele Menschen transportieren kann. "Wichtig ist die Meinung des Landesdenkmalamts, denn man kann es nur miteinander machen."
Wie berichtet, haben die Schlösser- und Seenverwaltung und das Landesamt für Denkmalpflege ihre grundsätzliche Aufgeschlossenheit für eine Burgaufzug gegenüber der Stadt bekundet -- allerdings ohne finanzielle Beteiligung. Während die Denkmalschützer eine teure Tunnel-Lösung favorisieren, gibt es dem Vernehmen nach für eine oberirdische Schrägaufzug-Variante bereits mögliche Investoren.
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