"Der Kapitalismus in der Kritik"
Die internationale Finanzkrise im Spiegel von Wirtschaft und Wissenschaft auf BR-alpha
Haben wir ein neues "1929"? Die Experten nehmen dazu Stellung.
Im Forum Wissenschaft auf BR-alpha wird am Mittwoch, 10. Februar, 20.15 Uhr, und in einer Wiederholung, morgen um 13 Uhr, zur Kapitalismuskritik Stellung genommen.
Die Wirtschaft befindet sich in einer Krise von historischem Ausmaß: Die weltweite Produktion ist so schnell eingebrochen wie zuletzt in der Weltwirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg. Kasinomentalität bei Banken, Boni-Zahlungen in astronomischen Höhen für Manager, überhöhte Gewinnmargen und Renditeforderungen von Aktionären führten die Welt 2009 an den Rand einer wirtschaftlichen Katastrophe, deren Auswirkungen bis heute noch nicht absehbar sind.
Überall auf der Welt haben die Regierungen angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten sehr schnell Rettungsschirme für Banken in bis dahin ungekanntem finanziellen Ausmaß aufgespannt. Milliardenschwere Kreditgarantien der Staatsregierungen reißen nun riesige Löcher in die Staatshaushalte. Dringend notwendige Investitionen müssen daher in vielen Ländern auf unabsehbare Zeit verschoben werden. Doch das "business as usual" scheint vielerorts weiterzugehen.
Der Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 wird bei der Analyse der aktuellen Krise immer wieder bemüht. Die Kombination von Wirtschafts- und weltweiter Finanzmarktkrise ließ den Absturz damals wie heute so tief werden. Der Kapitalismus steht in der Kritik: Welche Lehren lassen sich aus der Vergangenheit ziehen? Wo bleibt die Vernunft bei den Bankern? Sind wirtschaftlicher Erfolg und werteorientiertes Agieren auf dem Markt tatsächlich so unvereinbar? Viele Mittelständler sagen "Nein" und besinnen sich wieder auf die "alten" Werte. Doch was ist der Wert eines Produktes und was ist der Wert der Arbeitskraft eines Menschen in unserer Zeit? Bestehen Bilanzen tatsächlich nur mehr aus Kostenfaktoren oder gibt es auch schützenswerte Leistungsträger? Die internationale Finanzkrise im Spiegel von Wirtschaft und Wissenschaft - über Fehler und zu lernende Lektionen aus der Krise diskutieren hochkarätige Experten: Prof. Dr. Bernd Rudolph, Vorstand des Instituts für Kapitalmarktforschung und Finanzierung an der Ludwig-Maximilians-Universität München; Dipl.-Physiker Randolf Rodenstock MBA, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., Dr. Philip Plickert, Wirtschaftshistoriker und Redakteur im Wirtschaftsressort der FAZ; Robert Hofmeister, Geschäftsführender Gesellschafter Hofmeister GmbH. Moderation: Prof. Dr. Martin Balle, Herausgeber und Verleger, Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung.
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