Freisinger Polizei zieht Volksfest-Bilanz
Freising. Die Polizeiinspektion Freising betreute das diesjährige Volksfest auf dem Luitpoldgelände mit dem "Wiesenwachbetrieb" von 19 Uhr bis grundsätzlich 2 Uhr an den Werktagen bzw. an den zwei Wochenenden bis 3 Uhr. Außerhalb dieser abendlichen Kernzeit erfolgten regelmäßige Bestreifungen des Geländes sowohl uniformiert als auch in zivil. Der tägliche Wiesenwachbetrieb konnte - wie auch in den Jahren zuvor - nicht ausschließlich mit eigenem Personal der Polizeiinspektion Freising bewerkstelligt werden, sondern erforderte durchgehend Unterstützungskräfte aus Erding bzw. vom Flughafen München. Am ersten Veranstaltungstag wurde die Polizeiinspektion Freising von starken Kräften der Bereitschaftspolizei verstärkt.
Neben der genannten Regelbetreuung war die Polizeiinspektion Freising mit folgenden Veranstatlungen zusätzlich gefordert:
* Einzug der Festwirte am 4. September
* Freisinger Volksfestlauf am 5. September
* Radrennen am 13. September
* Festzug anlässlich der 80-jährigen Volksfestjubiläums am 13. September
Zudem erforderte die CSU-Wahlkampfveranstaltung mit Ministerpräsidenten Seehofer im Festzelt am 3. September, also am Tag vor dem "Wiesenbeginn" einen großen Kräfteansatz aus eigenen und unterstützenden Polizeikräften.
Nach derzeitigem Stand wurden bei der Polizeiinspektion Freising insgesamt 66 (54 - zum Vergleich werden Vorjahreszahlen in Klammern angeführt) Vorgänge mit direktem Volksfestbezug registriert.
Eigentumsdelikte/Diebstahlsdelikte: 9 (1)
Neben einzelnen Diebstählen von Maßkrügen und Taschendiebstählen ist hier besonders ein Raubdelikt bemerkenswert, das sich in der Nacht von Dienstag, 8. September auf Mittwoch, 9. September ereignete. Ein 20jähriger Nandlstädter wurde seinen Angaben zufolge in der Dr.-von-Daller-Straße auf Höhe des dortigen Parkdecks von drei Personen ausgeraubt. Sie hatten ihn verfolgt und dann zu Boden gedrückt. Aus der Gesäßtasche nahmen sie seinen Geldbeutel und stahlen daraus das Bargeld in Höhe von ca. 150 Euro.
Schlägereien/Körperverletzungsdelikte: 18 (7)
Eine Auswertung aller Körperverletzungsdelikte auf dem Volksfestgelände ergab eine deutliche Häufung im Bereich der Weinhalle sowie nach Mitternacht. Während des eigentlichen Festbetriebes kam es zu keinen Handgreiflichkeiten.
11 der 18 Körperverletzungsdelikte, also annähernd zwei Drittel aller Taten entstanden im Zusammenhang mit dem Besuch der Weinhalle nach Schließung des Festzeltes.
Ursache für die hohe Gewaltbereitschaft der (überwiegend) jugendlichen bzw. heranwachsenden Tatverdächtigen ist eindeutig übermäßiger Alkoholkonsum. Nicht wenige hatten zur Tatzeit einen Alkoholwert von deutlich über 1,0 Promille.
Im Rahmen einer Anzeigenaufnahme wegen Körperverletzung führte ein Beschuldigter eine fremde Geldbörse mit sich. Er hatte diese angeblich gefunden und dann kurzerhand unterschlagen. Sie wurde ebenfalls sichergestellt.
Gewahrsamnahmen: 9 (5)
Zur Ausnüchterung bzw. zur Unterbindung weiterer Straftaten wurden sechs Personen in Polizeigewahrsam genommen. Aus Gründen des Jugendschutzes mussten drei Jugendliche in Gewahrsam genommen werden.
Am Samstag, 5. September wurden zwei Mädchen im Alter von 13 bzw. 14 Jahren gegen 23 Uhr am Autoskooter ohne Begleitung einer Aufsichtsperson angetroffen. Sie wurden zur Wiesenwache mitgenommen und an die telefonisch verständigten Eltern übergeben. Am Dienstag, 8. September gegen 20:30 Uhr wurde ein 14jähriger mit 1,3 Promille auf dem Festplatz angetroffen. Er hatte sein Wodka-Mischgetränk selbst mitgebracht.
Missbrauch von Ausweispapieren: 6 (8)
Auch in diesem Jahr fiel bei der Einlasskontrolle zur Weinhalle durch den Sicherheitsdienst bei sechs Jugendlichen auf, dass das vorgezeigte Ausweisdokument auf eine andere Person ausgestellt war. Die Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren hatten sich den Personalausweis oder auch den Führerschein eines erwachsenen Bekannten ausgeliehen, um Zutritt in die Weinhalle zu erlangen. Dass sie dabei eine Straftat begehen, wurde ihnen mehrfach erst im Nachhinein bewusst. Auch für den Überlasser des jeweiligen Ausweises bleibt das ganze nicht ohne Folgen. Sowohl die Benutzer des Personaldokumentes, als auch den Überlasser erwartet eine Strafanzeige.
Betretungsverbote: 12 (31)
Die Anzahl der mit Bescheid an die Betroffenen persönlich zugestellten Betretungsverbote betrug in diesem Jahr 12 . Verstöße konnten in diesem Jahr 1 (2) festgestellt werden.
Auf dem Verkehrssektor kann für das diesjährige Volksfest Erfreuliches berichtet werden. Nicht ein Autofahrer musste in diesem Jahr wegen Trunkenheit im Verkehr beanstandet werden. Im vergangenem Jahr waren es vier Fahrzeugführer. Es wurde auch kein Verkehrsunfall im Zusammenhang mit dem Freisinger Volksfest registriert.
Nachdem die Polizeiwache auf dem Volksfestgelände auch als Fundbüro fungierte, wurden dort verschiedene Fundgegenstände abgegeben. Soweit die einzelnen Gegenstände nicht bereits während des Volksfestes an die Verlierer ausgehändigt werden konnten, werden diese an das Fundamt der Stadt Freising weitergegeben und können dort abgeholt werden.
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