"Wir ziehen in Straubing unser Ding durch", findet Stürmer Billy Trew
EHC droht hohe Steuernachzahlung - Ziel der Tigers: "die schwarze Null"
Die Diskussionsteilnehmer: (von links) Gabi Sennebogen, Geschäftsführerin der Straubing Tigers, Billy Trew, Stürmer, Moderator Tobias Welck, Jürgen Rumrich, Cheftrainer, Dr. Albert Krinner, Vorsitzender EHC Straubing. (Foto: mad)
Straubing. (mir) Ein Jahr des Umbruchs aus sportlicher sowie finanzieller Hinsicht für das Eishockey in Straubing? - Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreter der Straubing Tigers und des EHC Straubing bei der gestrigen Diskussionsrunde im Medienzelt.
Auch an den Straubing Tigers sei die weltweite Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbeigegangen, so Geschäftsführerin Gabi Sennebogen. "Wir sind ohnehin nicht ganz heil aus der alten Saison gekommen, das Defizit wurde jedoch von unseren Gesellschaftern geschultert. Für diese Spielzeit mussten wir allerdings unseren Etat kürzen." Durch ihr Amt als Stadträtin sei ihr zudem die finanzielle Situation der Stadt Straubing bekannt: "Wir hätten noch einige Wünsche, diese bleiben vorerst jedoch Träume."
Ziel der Tigers GmbH sei daher in erster Linie "die schwarze Null" am Ende der Saison. Durch die Krise habe man leider einige Sponsoren verloren, durch persönliche Kontakte der Gesellschafter konnten allerdings mehrere neue gewonnen werden, sodass man bis dato fast die gleiche Summe an Sponsorengeldern zur Verfügung habe wie in der vergangenen Spielzeit, berichtet Sennebogen.
Finanzielle Sorgen
Bei finanziellen Sorgen mitreden kann auch der EHC Straubing. "Wir werden wahrscheinlich immer zu kämpfen haben, um auf gesunden Beinen zu stehen", vermutet Dr. Albert Krinner, Vorsitzender des EHC. Die gesamte Saison über hatte es innerhalb des Vereins Querelen bis hin zur Spaltung in zwei Lager gegeben. In der letzten Mitgliederversammlung wurde Krinner jedoch in seinem Amt bestätigt und somit sein Kurs einer stetigen Professionalisierung im Nachwuchsbereich mitgetragen.
Richtig Ruhe kehrte jedoch auch weiterhin nicht ein: Sowohl Schatzmeister als auch zweiter Vorstand sahen sich in dieser Konstellation nicht handlungsfähig und traten zurück. "Alles o.k. wird wohl erst sein, wenn der sportliche Erfolg eintritt", glaubt Krinner, der von Insolvenz nichts wissen will, jedoch noch "große Probleme auf den Verein zukommen" sieht, da eine Steuernachzahlung "einer sehr hohen Summe" droht. Sein sportliches Ziel ist indes klar: "Wir wollen mit allen Nachwuchsmannschaften höherklassig spielen, damit kein Straubinger Talent mehr zu einem anderen Verein wechseln muss."
Tigers-Chefcoach Jürgen Rumrich hat sich aus diesem Grund bereits mit dem hauptamtlichen Nachwuchstrainer Paul Streschnak besprochen. "Vielleicht kann der eine oder andere Spieler mal bei den Tigers mittrainieren. Dies wäre sicherlich ein schönes Erlebnis und für alle ein Ansporn", hofft Rumrich, der ohnehin vermehrt auf junge Spieler setzen will.
In dieser Saison überlässt die Tigers GmbH ihrem Stammverein die Stadiongaststätte als zusätzliche Einnahmequelle. "Wir nutzen sie lediglich bei unseren Heimspielen als VIP-Raum, die restliche Zeit wird sie vom EHC bewirtschaftet. Wir zahlen jedoch die komplette Pacht an die Stadt", so Sennebogen. Nach Krinners Vorstellungen soll die Gaststätte zu einem Vereinslokal avancieren. Durch die Umwandlung in eine Sportsbar könne man in Zukunft außerdem verschiedenste Sportereignisse gemeinsam erleben, so Krinner.
Play-offs im Visier
Dass bei den TV-Berichterstattungen sooft wie möglich auch von den Straubing Tigers die Rede sein wird, dafür will Stürmer Billy Trew sorgen. "Die Mannschaft will die Play-offs schaffen, und wenn wir keine Verletzten haben, ist das möglich. Wir sind Sportler und glauben fest an dieses Ziel", gibt sich Trew kämpferisch. Die nötige Motivation gibt ihm unter anderem sein Vater. "Im letzten Jahr habe ich 27 Tore geschossen. Mein Vater sagt immer, es müssen jedes Jahr 20 Prozent mehr sein. Wenn ich nicht mindestens 30 Treffer erziele, darf ich nicht heim", so Trew mit einem Lächeln.
Dass die Fans aller DEL-Vereine die Straubing Tigers laut einer Umfrage der Fachzeitung Eishockey News auf dem letzten Tabellenplatz sehen, stört ihn nicht. "Wir ziehen in Straubing unser Ding durch. Was andere denken, ist uns egal", so Trew, der dafür wohl den lautesten Beifall des Nachmittags erhielt.
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