"Hey, hey, Sire Asnes, hey!" Nächtlicher Mummenschanz im Innenhof der Residenz
Mehr LAHO-Galerien:
LAHO - Tanzspiel
LAHO - Hochzeitszug TEIL 1
LAHO - Die Einkleidung des Armbruster!!
LAHO - Ritterspiele 3. Wochenende
Der Mummenschanz ist seit 1993 Bestandteil der Landshuter Hochzeit. Er wurde als neuer Veranstaltungsteil konzipiert und ist eine Serenade im Innenhof der Residenz, bei der eine Geschichte mit Musik und Tanz des 13. bis 15. Jahrhunderts erzählt wird. Was im Jahr 1993 mit verschiedenen Gruppen der Landshuter Hochzeit begann, ist mittlerweile zu einer Veranstaltung geworden, die von den Landshuter Hochzeitsgruppen "Feyerldäntzer" und "Spielleuten" getragen wird. Für die Musik zeichnet Hubert Gruber, für die Choreographie Karola Schoßer verantwortlich. Regie führen beide gemeinsam. 1993 begann es mit einer Geschichte um die Liebe zwischen einem adligen Herrn und einem kecken Bürgermädchen. 1997 wurde diese Geschichte noch verfeinert. Im Jahr 2001 stand der Konflikt der drei Religionen des mittelalterlichen Abendlandes im Zentrum der Handlung des Mummenschanz. 2005 nun gibt es eine völlig neue Geschichte. Nach ausführlichem Studium des "Roman de Fauvel" aus dem 14. Jahrhundert, diente dieser als Vorlage für den diesjährigen Mummenschanz.
Es wird die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Esels erzählt, der sich anfangs durch Verkleidung und Täuschung seiner Umwelt aus seinem Stall heraus zum erfolgreichen Geschäftsmann mausert. Nachdem ihm dieser Erfolg zu Kopf gestiegen ist, versucht er schließlich in die höfische Gesellschaft einzudringen und buhlt um eine adlige Dame. Diese Mesalliance wird aber rechtzeitig durch einen sogenannten Charivari verhindert. Der Charivari ist eine Methode des einfachen mittelalterlichen Volkes, durch Verkleidung unerkannt seinem Unmut Ausdruck zu verleihen, ohne Angst vor Bestrafung haben zu müssen. Am Ende ist die alte Ordnung wieder hergestellt. Hubert Gruber und Karola Schoßer beschäftigen sich seit mehr als 30 Jahren intensiv mit alter Musik und historischem Tanz. Als Geschwisterpaar haben sie 1978 die Musik- und Tanzgruppe der Feyerldäntzer gegründet.
Dafür und für die akribische Beschäftigung mit alter Musik ist Hubert Gruber 1982 mit dem "Rotary-Jugendkulturpreis" ausgezeichnet worden. Er hat sich 1985 als Spielmann verselbstständigt und sich seither mit ehrgeizigem Quellenstudium der Musik des Mittelalters und der Renaissance gewidmet. Er baut seine Instrumente, vorwiegend Drehleiern, aber auch Crwths, Fiedeln und Renaissance-Gitarren, selbst. Karola Schoßer ist durch jahrelanges Studium des historischen Tanzes im In- und Ausland zu einer profunden Kennerin der Tanzpraxis des 15. und 16. Jahrhunderts geworden. Fortbildungserfahrung sammelte sie bei Barbara Sparti, Veronique Daniels und Bruna Gondoni. Am einschneidendsten war ihre Begegnung mit dem unvergessenen Andrea Francalangi, einem der bedeutendsten Spezialisten für historischen Tanz in den 80er und 90er Jahren, vielen Landshutern bekannt als Choreograph des Tanzspiels 1993.
Die Veranstaltung findet neunmal im Innenhof der Residenz statt. Unter den etwa 30 Darstellern sind acht Musiker, die auf Nachbauten von historischen Instrumenten die Musik des Mittelalters zu neuem Leben erwecken. Zu hören sind unter anderem Drehleiern, Dudelsack, Flöten, Schalmei, Crwth, Gittern, Cister, Trumscheid, diverses Schlagwerk und Gesang. Die Choreographien sind nach Vorlagen der italienischen Tanztraktate von Guglielmo Ebreo, Domenico da Piacenza und Antonio Cornazano aus dem 15. Jahrhundert zusammengestellt.
Mittwoch, Donnerstag und Freitag, jeweils 21.15 Uhr.
Galerie zum Thema
Galerie starten: Klicken Sie auf ein Bild (93 Inhalte)
ANZEIGE